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Pulmologie 26. Oktober 2015

Asthma: Kinder halten sich nicht an Therapie

Studien zeigen Mängel beim Asthmamanagement.

Unkontrolliertes Asthma bei Kindern ist nur selten auf eine Therapieresistenz zurückzuführen. In den meisten Fällen mangelt es an Therapieadhärenz oder die Kinder sind weiter den Triggerfaktoren ihres Asthmas, wie Zigarettenrauch oder Aeroallergenen, ausgesetzt.

Bevor bei Kindern mit unkontrolliertem Asthma die Dosis der Dauermedikation erhöht wird, sollte man prüfen, ob das grundlegende Asthmamanagement wirklich leitliniengerecht erfolgt: Daran erinnern Ärzte um Eric P. de Groot vom Prinzessin-Amalia-Kinderzentrum im niederländischen Zwolle.

Sie haben die Krankenakten von Kindern analysiert, die wegen eines vermeintlich therapierefraktären Asthmas an eine Spezialklinik überwiesen worden waren. Nur in knapp drei Prozent der Fälle war eine Therapieresistenz bestätigt worden.

Alle 142 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 5 und 17 Jahren hatten vor dem Klinikkontakt ein inhalatives Kortikosteroid (ICS) angewendet, jeder Fünfte in Kombination mit einem lang wirksamen Betamimetikum. Bei 138 (97,2 Prozent) von ihnen förderten Anamnese und Untersuchung behebbare Ursachen für die fehlende Asthmakontrolle zutage.

Therapie nicht eingehalten

Der häufigste Grund war bei 53 Kindern (37,3 Prozent) mangelnde Therapieadhärenz. 40 Kinder (28,2 Prozent) waren nach ihrer Diagnose weiterhin in relevantem Maße Triggerfaktoren ihres Asthmas ausgesetzt, meist in Form von Aeroallergenen und Zigarettenrauch. Die unzureichende Behandlung von Begleiterkrankungen hatte bei 28 Kindern (19,7 Prozent) den Behandlungserfolg behindert; bei den Komorbiditäten handelte es sich um allergische Rhinitiden und dysfunktionale Atmung. Elf Patienten (7,8 Prozent) beherrschten nicht einmal das Handwerkszeug der Therapie, sie wendeten die Inhalatoren nicht richtig an.

Bei weiteren sechs Kindern (4,2 Prozent) war die Asthmatherapie einfach deswegen erfolglos geblieben, weil sie gar kein Asthma hatten. Vielmehr bestand bei vier von ihnen eine dysfunktionale Atmung, eines litt an einer allergischen Rhinitis und ein weiteres an einem chronischen Husten in Zusammenhang mit einer massiven häuslichen Tabakrauchexposition.

Bessere Asthmakontrolle

Durch eine Korrektur der Behandlung konnte bei allen 138 Kindern eine – zumindest teilweise – Kontrolle des Asthmas erreicht werden. Die Tagesdosis an ICS wurde dabei insgesamt sogar etwas reduziert, dafür erhielten mehr Patienten als zuvor eine Kombinationstherapie.

In den zwei Jahren nach der Therapieanpassung kam es bei 16 Prozent der Patienten zu einer Asthmaexazerbation, sechs Prozent der Kinder mussten stationär behandelt werden.

Ähnliche Mängel im grundlegenden Asthmamanagement sind laut de Groot und Kollegen auch in anderen Studien aufgedeckt worden. So konnten etwa bei Kindern, die an das britische Zentrum für problematisches Asthma überwiesen worden waren, durch Hausbesuche in 80 Prozent der Fälle derartige Fehler identifiziert werden.

Einer anderen Untersuchung zufolge bleibt eine allergische Rhinitis bei Asthmakindern häufig unerkannt und unbehandelt. Bei dieser Komorbidität könnte nach Einschätzung von de Groot ein intranasales Kortison helfen, die Asthmakontrolle zu verbessern.

Der Artikel basiert auf der Veröffentlichung „Getting the basics right resolves most cases of uncontrolled and problematic asthma“ von Dr. Beate Schumacher in der Zeitschrift „Acta Paediatrica“, online: 30 Juni 2015, © Wiley.

Beate Schumacher, Ärzte Woche 44/2015

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