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Kinder werden ernährungsbewusster.
 

Erstaunlicher Trend

Die Zahl übergewichtiger Kinder steigt nicht weiter.

Nachdem die Zahl übergewichtiger Kinder in den Industrieländern seit den 1980er Jahren massiv zunahm, zeigt sich nun eine Verlangsamung oder sogar ein Rückgang. Diese überraschende Entwicklung belegt jetzt eine internationale Übersichtsstudie.

Das Team wertete Einzelstudien aus verschiedenen Industrieländern aus. „Die Deutlichkeit des Trends hat uns selbst erstaunt“, sagt Autor Prof. Dr. Martin Wabitsch vom Universitätsklinikum Ulm. Für Deutschland analysiert er mit seiner Kollegin Dr. Anja Moss seit Jahren die Daten aus Schuleingangsuntersuchungen mit jährlich mehr als einer halben Million Kinder und wurde so auf die erstaunliche Trendwende aufmerksam, die seit dem Jahr 2000 immer deutlicher wird. Die positive Entwicklung ist dabei international bei Mädchen ausgeprägter als bei Buben, im Vorschulalter deutlicher als bei Schulkindern. Moss: „Tatsächlich gehen der Konsum zuckerhaltiger Getränke und die Fernsehnutzung in vielen Industrieländern offensichtlich leicht zurück, der Verzehr von Obst und Gemüse sowie die Dauer aktiver Freizeitgestaltung steigen dagegen.“

Einen wichtigen Grund dafür sehen die Autoren darin, dass Aufklärung und bessere Ernährungs- und Bewegungsangebote tatsächlich wirken. Entwarnung kann Wabitsch aber nicht geben, denn Kinder sind heute im Vergleich zu den 1980er Jahren immer noch rund dreimal so häufig übergewichtig: „Die dauernde weitere Gewichtszunahme unserer Kinder scheint gestoppt, aber wir haben ein bereits ein erschreckendes Niveau erreicht. Und unsere Übersichtsstudie zeigt, dass der positive Trend geringerer Gewichtszunahmen nur für Kinder mit vergleichsweise geringem Übergewicht gilt, die Zahl der Kinder mit extremem Übergewicht steigt hingegen weiter.“

Wabitsch M et al:: BMC Medicine 2014; 12: 17

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