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© Peter Pulkowski
 
Kardiologie 25. November 2014

Therapeutisches Potenzial im Rotwein

Der in Rotwein enthaltene Naturstoff Resveratrol hemmt die Bildung von Entzündungsfaktoren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen.

Trotz fettreichem Essen ist die Herzerkrankungsrate in Frankreich geringer als in Deutschland oder Österreich. Dieses sogenannte „French paradox“ wird vermehrtem Rotweingenuss zugeschrieben und gab schon mehrfach Anlass zu verschiedenen Studien. In einigen Forschungsprojekten konnte nachgewiesen werden, dass der in Rotwein enthaltene Naturstoff Resveratrol eine schützende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat. Doch bis jetzt war nicht klar, wie genau die Wirkzusammenhänge sind.

Ein Teil der schützenden Wirkung entsteht, indem die Bildung von Entzündungsfaktoren durch Resveratrol unterdrückt wird, wie Pharmakologen nun herausgefunden haben. Konkret konnten sie nachweisen, dass Resveratrol an ein bestimmtes Protein (KSRP) bindet und dieses dabei aktiviert. KSRP verringert wiederum die Stabilität von Molekülen, die für die Bildung von entzündlichen Mediatoren gebraucht werden und hemmt so deren Entstehung.

Entzündungsfaktoren, wie sie von Resveratrol über die Bindung an KSRP gehemmt werden, können auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Herzinfarkt und Schlaganfall treten gehäuft bei chronisch entzündlichen Erkrankungen – wie Rheuma – auf. Resveratrol hat also insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen, die mit einer starken Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems einhergehen, ein großes therapeutisches Potenzial.

Bollmann F et al.: Nucl Acids Res 2014; online 28. Oktober

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