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Neurologie 21. Februar 2014

Lernrezeptor aktiviert

Durch elektrische Stimulation des Hippocampus werden genau dieselben Rezeptorkomplexe aktiviert wie beim Lernen oder bei Gedächtnisleistungen.

„Das könnte die Basis für den Einsatz von Medikamenten sein, um inaktive oder wenig aktive Gedächtniszellen anzutreiben“, meint Gert Lubec, Grundlagenforschung Neuroproteomics der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. „Diese Entdeckung hat weitreichende Konsequenzen sowohl für das molekulare Verständnis der Gedächtnisbildung als auch für das Verständnis der klinisch bereits möglichen Elektrostimulation von Hirnarealen zu therapeutischen Zwecken.“ Ähnliches wird bereits bei der Tiefen Hirnstimulation angewandt. Dabei gibt ein implantiertes Gerät elektronische Impulse in das Gehirn des Patienten ab. So können mit dem physikalischen Reiz neuronale Schaltkreise beeinflusst werden, die sowohl Verhalten als auch Gedächtnis steuern.

Die aktuelle Erkenntnis wiederum gehört ganz konkret zum höchst umstrittenen Thema „Cognitive Enhancement“. Dabei wird die Möglichkeit diskutiert, die geistige Leistungsfähigkeit mithilfe von Medikamenten zu steigern – insbesondere bei altersbedingten Beeinträchtigungen kognitiver Prozesse.

Zum Studiendesign: Im Tiermodell wurden zwei Elektroden im Gehirn implantiert. Durch die eine wurden elektrische Impulse zur Stimulation des Hippocampus geleitet, durch die andere die Potenziale abgeleitet. „Diese elektrischen Potenziale sind die elektrische Entsprechung für Gedächtnis und werden als LTP (Long Term Potentation) bezeichnet“, so Lubec. Die Erzeugung von LTP war von spezifischen Veränderungen in den Rezeptorkomplexen begleitet – dieselben Komplexe werden auch beim Lernen und bei der Gedächtnisbildung aktiviert.

Li L et al.: Brain Struct Funct 2014; online 18. Januar

MedUni Wien, Ärzte Woche 9/2014

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