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Kardiologie 5. August 2015

Wir achten zu wenig auf unser Herz

Expertenbericht: Patienten profitieren von Rehabilitation und Disease Management Programmen.

Die Prävalenz der Herzinsuffizienz steigt an. Trotz des malignen Charakters der Erkrankung ist die Awareness unzureichend.

Die Adhärenz zur Verschreibung der medikamentösen Basis-Therapie erfuhr in den letzten Dekaden zwar eine Verbesserung, allerdings besteht weiterhin ein Problem, Beta-Blocker und RAAS-Hemmer richtlinienkonform aufzutitrieren. Auch die Therapietreue der Patienten ist verbesserungswürdig. Letzteres ist mitverantwortlich für Hospitalisierungen wegen Verschlechterung einer Herzinsuffizienz. Die Trainingstherapie sind in den ESC-Guidelines mit einer Klasse IA Empfehlung vorgesehen, als Therapieoption werden sie vernachlässigt. Kardiologische Rehabilitation und Disease Management Programme (DMPs) können einige dieser Unzulänglichkeiten ausgleichen. Den Eckpfeiler der kardiologischen Rehabilitation bildet die medizinische Trainingstherapie, mit den Komponenten Ausdauertraining und Krafttraining, sowie intensivierte Schulungsmaßnahmen und kardiologische Kompetenz.

DMPs zur Betreuung herzinsuffizienter Patienten haben in Österreich Einzug gefunden. Das „Kardiomobil“ ist ein Home-Based-Nursing Projekt in Salzburg. Das „Kremser Modell“ wird als telefonbasiertes Nursing durchgeführt. In Tirol wird das Herzinsuffizienzprojekt „Herzmobil Tirol“ als Hybridmodell (Home-based und Telemedizin) erprobt. In Wien ist die „Integrierte Versorgung bei chronischer Herzschwäche“ als Home-Based Nursing angelaufen. Die 10-jährige Erfahrung mit dem „Kardiomobil“ lehrt, dass nicht nur Patienten nach rezenten Hospitalisierungen profitieren. Zur Zielgruppe gehören auch Patienten mit reduzierter Compliance, mit Komorbiditäten und jene, bei denen der Behandler Schwierigkeiten im langfristigen Management antizipiert, was die Aufdosierung der neurohumoralen Medikation betrifft.

Der Text basiert auf der Veröffentlichung „Rehabilitation und Disease Management Programme bei Herzinsuffizienz“ von Dr. Johann Altenberger in der Zeitschrift „Skriptum“ 5/2015, © Springer Verlag.

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