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Bisher ging man davon aus, dass zwischen Kleinhirn und Großhirn keine anatomische Verbindung besteht.
 
Neurologie 21. Mai 2014

Klein- und Großhirn sind verbunden

Neurologen vom Universitätsklinikum Tübingen konnten erstmals nachweisen, dass das Kleinhirn und der Stirnlappen im Großhirn direkt miteinander in Verbindung stehen.

Bisher ging man davon aus, dass das Kleinhirn keine direkte Verbindung zum Stirnlappen besitzt. Mithilfe von Diffusion Tensor Imaging (DTI), das als einziges Verfahren in vivo anatomische Verbindungen darstellen kann, fanden nun Dr. Sokolov und seine Kollegen erstmals Hinweise darauf, dass auch eine direkte anatomische Verbindung zwischen beiden Gehirnstrukturen besteht. Die Publikation erschien auf der Titelseite der Fachzeitschrift Cerebral Cortex.

Aufgrund der Bedeutung intakter Verbindungen im neuronalen Netzwerk für die Wahrnehmung von Körperbewegungen und für das Verständnis von Körpersprache und somit für soziale Kognition, können diese Daten für künftige Forschung im Bereich neuropsychiatrischer Erkrankungen wie Autismus richtungweisend werden. „Darüber hinaus ist diese neue neuroanatomische Erkenntnis von möglicher Relevanz für Verständnis und Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Schwindel oder Epilepsie, bei denen Kleinhirn und Stirnlappen wichtige Schaltzentralen darstellen“, erklärt Sokolov. Aktuell konzentriert sich der Tübinger Forscher auf Erholungsprozesse nach Kleinhirnschädigung.

Sokolov AA et al.: Cereb Cortex 2014; 24 (3): 626–32

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