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Praxis 13. Jänner 2016

Patientendaten-Versand via Apps

Jeder dritte Arzt tut es. Fotos von Wunden und Röntgenbilder landen in unsicheren elektronischen Briefkästen.

Einfache Handhabung und schnelle Kommunikation: Weil Ärzte auf diese Vorteile von Smartphone und Co. auch im Klinikalltag nicht verzichten wollen, gefährden viele mitunter sogar ihre Schweigepflicht. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Der mobile Trend macht vor den Krankenhaustüren nicht Halt. Britische Forscher haben daher eine Umfrage unter Ärzten und Krankenschwestern in fünf Kliniken des National Health Service (NHS) gestartet, um herauszufinden, wie die Mediziner und das Pflegepersonal mobile Geräte in ihrer täglichen Arbeit einsetzen ( bit.ly/1Ut8Kcb ).

Was wenig verwundert: Fast 99 Prozent der 287 Ärzte, die sich an der Umfrage beteiligt haben, besitzen ein Smartphone, rund drei Viertel verfügen zusätzlich über einen Tablet-PC.

Von den 564 Krankenschwestern, die bei der Online-Umfrage mitgemacht haben, besitzen 95 Prozent ein Smartphone und rund 65 Prozent einen Tablet-PC. Spannend ist dabei, dass knapp 93 Prozent der Ärzte und über die Hälfte der Krankenschwestern den Einsatz dieser privaten mobilen Geräte bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben in der Klinik als sehr hilfreich bzw. hilfreich empfinden.

Ärzte sind jedoch wesentlich aktiver in der mobilen Welt: 92 Prozent nutzen das Smartphone auch in der Klinik zum Surfen im Internet (bei den Krankenschwestern sind es nur 48,5 Prozent), 88 Prozent für das Lesen und Senden von E-Mails (Krankenschwestern: 34 Prozent), 85 Prozent für das Empfangen und Senden von SMS (Krankenschwestern: 29 Prozent), 50 Prozent für Bild-Messaging-Systeme (Krankenschwestern: 12,7 Prozent) und 43 Prozent auch für App-basierte Nachrichtensysteme wie WhatsApp (Krankenschwestern: 13 Prozent).

Leider werden hierbei oft patientenbezogene Informationen über die ungesicherten Smartphones und Tablets ausgetauscht. So haben rund zwei Drittel der Ärzte schon einmal Patientendaten via SMS und ein Drittel über App-basierte Nachrichtensysteme verschickt. 46 Prozent gaben zudem an, auch mit ihrer Smartphone-Kamera Fotos von Wunden gemacht zu haben und diese oder auch Röntgenbilder über ein Bild-Message-System via Handy an Kollegen gesendet zu haben. Rund 28 Prozent der Ärzte glaubten, noch immer patientenbezogene klinische Informationen auf ihrem Smartphone zu haben.

Wie die Studienautoren angeben, fehlt dem NHS noch eine sichere Kommunikationsplattform für solch einen mobilen Datenaustausch. Aber immerhin äußerte die Mehrzahl der befragten Ärzte (71,6 Prozent) und auch ein Drittel der befragten Krankenschwestern den Wunsch nach einer sicheren Kommunikations-App, die auch einen sicheren Austausch von Patientendaten unter Kollegen erlaubt.

Gerade bei den Medizinern sind Apps sehr gefragt. Über drei Viertel der befragten Ärzte nutzen bereits medizinische Apps. Fast 90 Prozent der App-nutzenden Ärzte setzen diese während ihrer Arbeit in der Klinik ein, ein Drittel täglich. Zum Einsatz kommen etwa medizinische Rechner, Arzneiinfo-Apps, Apps, die helfen, Krankheiten zu managen, Diagnose-Tools, Lern-Tools und administrative bzw. Dokumentations-Apps. Von den Krankenschwestern nutzen nur 67 Prozent medizinische Apps für die Arbeit. Weiterempfehlen würden die befragten Ärzte Gesundheits-Apps nur selten. Nur knapp 10 Prozent haben dies schon einmal getan. 69 Prozent sind bislang schlich nicht auf die Idee gekommen, dies zu tun. Weder Evidenz noch Effektivität der Apps seien bislang belegt, so die befragten Ärzte. Außerdem sei es schwierig, aus der großen Anzahl an Apps die besten herauszusuchen.

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