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© APA/GEORG HOCHMUTH
Teamtorhüter Robert Almer in der „Nacht des Sports“.
© M. Deines / dpa

Leon Balogun (Mainz 05) legt Zlatko Junuzovic (Werder Bremen). Der ÖFB-Motor leidet seit Langem an einer entzündeten Kniesehne.

© Herbert Rudel / dpa

Zaungast beim VfB Stuttgart Training: Martin Harnik.

 
Sportmedizin 20. November 2015

Bittere Diagnosen

Knieverletzungen unterbrechen oder beenden gnadenlos die Karrieren von Profi-Sportlern.

Knieverletzungen betreffen vorrangig Skiläufer und Fußballspieler. Um das Ausmaß und die betroffenen Gelenkstrukturen zu erfassen, muss eine genaue Anamnese erhoben und eine sorgfältige klinische Untersuchung durchgeführt werden, bevor die bildgebende Diagnostik zum Einsatz kommt.

ÖFB-Teamchef Marcel Kollers Treue zu seinen Spielern ist fast sprichwörtlich, der Schweizer lässt von seinen Stammkräften nur, wenn sie verletzt sind. So wie jetzt. Die beiden wieselflinken Angreifer Martin Harnik und Zlatko Junuzovic sowie Goalie Franz Almer fallen aus: Teilabriss des Außenbands im rechten Knie, Entzündung einer Kniesehne bzw. Teilabriss des hinteren Kreuzbandes.

Wie kommt es zu solchen Diagnosen? Die Anamnese und der klinische Befund geben wichtige Hinweise darauf, ob ein Meniskus-, Band- oder Knorpel- oder eine Kombinationsverletzung vorliegt. Eine Knieverdrehung spricht eher für einen Meniskusschaden, eine Torsionsverletzung bzw. ein Varus- oder Valgusstress deuten dagegen eher auf eine Bandläsion hin, und bei einer Stauchung oder einem Anprall sollte man primär an eine Knorpelverletzung denken.

Bei der klinischen Untersuchung sollte auf das Vorliegen eines Gelenkergusses geachtet werden. Die „tanzende Patella“ ist dafür beweisend. Gibt der Patient Schmerzen beim Verschieben der Patella an, so spricht dies für eine Retropatellararthrose.

Der Nachweis eines Meniskusschadens gelingt mittels Rotationsbewegungen, wobei ein Schmerz am inneren Gelenkspalt bei Außenrotation für eine Innenmeniskusläsion, ein Schmerz am äußeren Gelenkspalt bei der Innenrotation für einen Außenmeniskusschaden spricht.

Bei Kreuzbandverletzungen findet sich das Schubladenphänomen. Überdies sollte die mediale und laterale Aufklappbarkeit des Gelenks geprüft werden, um die Stabilität der Seitenbänder beurteilen zu können.

Die PECH-Regel

Die Soforttherapie einer Kniegelenksverletzung, auch dann, wenn eine operative Therapie geplant ist, sollte nach der PECH-Regel erfolgen. Dabei stehen

• P für Pause, also mit dem Sport aufhören

• E für Eis, also sofortige Kühlung

• C für Compression, also einen Druckverband mit mäßiger Spannung

• H für Hochlagerung, wodurch die Blutzufuhr in das geschädigte Gewebe gedrosselt und der Abtransport der Gewebeflüssigkeit erleichtert wird.

Der Artikel basiert auf der Veröffentlichung „Was ist kaputt: Meniskus, Bänder oder Knorpel?“ von Dr. Peter Stiefelhagen in der „Münchener Medizinischen Wochenschrift“ 2015/18, © Urban & Vogel .

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