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© (3) Reinhard Hochmair
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Leben 12. Oktober 2015

Bilder, die berühren wollen

Unter dem Titel „Stille Krieger“ zeigt der Maler und Grafiker Reinhard Hochmair impulsiv gemalte Gefühlslandschaften.

Spontan wirken die großformatigen Bilder von Reinhard Hochmair. Sie wollen berühren und eine direkte Verbindung mit dem Betrachter herstellen. Im Medicus Therapiezentrum in Wien-Liesing sind ab 20. November aktuelle Arbeite des Künstlers zu sehen.

Überreglementiert und hochgradig abgesichert sieht Hochmair unsere Zeit und unsere Gesellschaft: Ohne Navigationsgerät, Leitlinien und Handlungsempfehlungen läuft kaum mehr etwas. Glatt, sauber und anämisch sieht er auch die besonders angesagten Kunstwerke der Zeit, die vermeintlich kluger — und oft unverständlicher — Erklärungstexte bedürfen und vom Publikum ehrfürchtig bewundert werden. Aber: „Kunst muss man nicht verstehen“, lautet Hochmairs Credo. Der Betrachter selbst ist die gültige Instanz. Er soll sich auf sein Gefühl verlassen.

So wie sich Hochmair, der sich nach dem Abschluss der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Linz und Wien viele Jahre eine Karriere als Werbefachmann und in der Pharmabranche aufbaute, auf seine Gefühle und seine Intuition verlässt: Ein langwieriger expressiver Prozess des Spurensuchens und –findens. Das Handwerkszeug hat er in der grafischen Ausbildung wohl gelernt — die Grundlagen des Gestaltens: Vom Schriften- bis zum Aktzeichnen, von der Naturstudie bis zur Originalgrafik und bis zur freien Malerei.

Irgendwo auf der Leinwand beginnt nun dieser Prozess mit einem Pinselstrich oder dem Schütten von Farbe. „Alles Weitere“, so Hochmair, „ist dann eine Art Kettenreaktion auf diesen ersten Schritt. Jeder Schritt ist eine Folge des vorangegangenen. Ich lasse mich nur von meiner Intuition leiten.“

Er malt mit allem, was für diesen Prozess geeignet erscheint: Mit Acrylfarben und Kohle, mit Händen und Füßen, mit Pinsel und Schwamm mit Materialabdrucken oder dem Reisigbesen. „Die auf der Leinwand hinterlassenen Spuren erzählen die Entstehungsgeschichte“, sagt Hochmair. Sie sind Ergebnis und Protokoll zugleich.

„Stille Krieger“ heißen also die neuen Bilder, die Hochmair im Medicus Therapiezentrum für Ganzheitsmedizin zeigen wird. Der Titel ergab sich aus der speziellen Situation der Bilder im Warteraum und der eigenen Arbeitssituation im Gemeinschaftsatelier. Sie sind dominiert von weißen und schwarzen Flächen und Formen, mit wenigen farbigen Akzenten, vielschichtig aufgebaut, wie verborgene Erinnerungen.

Je länger sich der Betrachter auf den Blick dahinter einlässt, desto reicher werden die Anknüpfungspunkte für die Fantasie und das ganz persönliche Erkennen. „Ich male, weil ich mich dabei stark und frei fühle“, stellt Hochmair fest. Das Denken wird dabei ausgeschaltet. Reine Emotion.

Seine langjährigen Kontakte zu Ärzten will Hochmair auch im Zeichen der Kunst fortsetzen: Mit Ateliergesprächen, Schnupper-Workshops oder auch Wohltätigkeitsaktionen. Auch als Anknüpfungspunkt für Arzt-Patientengespräche werden die „Stillen Krieger“ bis Anfang kommenden Jahres im Medicus Therapiezentrum zu sehen sein.

Ausstellung

Reinhard Hochmair: „Stille Krieger“

Vernissage Freitag 20. Nov. 2015, 19 Uhr

Medicus Therapiezentrum für Ganzheitsmedizin,

1230 Wien, In der Klausen 3

Informationen: www.medicus-doc.at; www.hochmair.com

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