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Chance auf aktive Kommunikation mit dem Patienten.
 
Gesundheitspolitik 25. August 2015

Asthma-Management neu

Mit sozialen Medien verschaffen Sie sich ein modernes Image.

Facebook und Co. haben bislang kaum Einzug in die niedergelassene Arztpraxis gehalten. Dabei bieten die sozialen Netzwerke gute Chancen, die Patientenführung zu optimieren. Das gilt vor allem für das Asthma bronchiale, an dem vorwiegend jüngere Patienten leiden. Für sie ist der Umgang mit den Neuen Medien gang und gäbe. Es lohnt sich deshalb, beim Asthmamanagement den Sprung ins 21. Jahrhundert anzutreten.

Helfen Bachblüten beim Asthma? Ist der Feinstaub schuld an der Erkrankung? Habe ich vielleicht einen Keuchhusten? Ist meine Atemnot etwa durch eine Wein-Allergie bedingt? Mit solchen oder ähnlichen Fragen wird man nicht selten als behandelnder Arzt konfrontiert, wenn ein bestimmtes Thema in den Medien Schlagzeilen macht. Die Stellungnahme zu solchen Fragen, die von Patienten dann oft in der Praxis aufgeworfen werden, kostet wertvolle Zeit im Praxisalltag. Zeit, die man sich sparen kann, wenn man die modernen Medien nutzt und gezielt zur Patientenaufklärung und Patientenführung einsetzt.

Bislang aber scheuen noch viele Ärzte davor zurück, Medien wie Facebook bei der Patientenführung zu integrieren. Das aber ist denkbar einfach. Denn Facebook bietet die Möglichkeit, eine eigene Praxisseite einzurichten und auf diesem Wege Patienten anzusprechen. Es reicht hierzu, sich mit Namen und Geburtsdatum zu registrieren.

Private Daten müssen – und sollten auch nicht über diese dann weitgehend öffentliche Facebook-Seite weitergegeben werden. Über die „private Seite“ lassen sich anschließend eine Praxis-Seite und eventuell auch unterschiedliche Benutzergruppen einrichten, beispielsweise für Mitarbeiter, Ärzte einer Gemeinschaftspraxis, Ärzte in einem Verband oder Netz usw.

Ist die Praxisseite eingerichtet, so können interessante Beiträge wie beispielsweise eigene Informationen zum Krankheitsbild eingestellt werden. Ebenso ist es möglich, aktuelle Beiträge zum Asthma bronchiale aus dem Internet in die Facebook-Seite zu übernehmen und dort für den Patienten zu kommentieren.

Ein Beispiel: Macht im Sommer das Thema „Asthma und Ozon“ Furore, so können Internetbeiträge zu der Thematik direkt auf der Praxis-Facebook-Seite kommentiert werden. Stellt sich der Patient mit entsprechenden Fragen in der Praxis vor, kann man ihn dann auf die Seite verweisen. Wie eine solche Praxispräsenz bei Facebook aussehen kann, lässt sich beispielsweise unter www.lungenzentrumulm.de anschauen, wenn dort auf der Homepage das Symbol für Facebook aufgerufen wird.

Das Medium bietet den niedergelassenen Ärzten weit mehr Vorteile als die klassische Homepage. Während die Homepage quasi statisch Informationen zur Praxis, den Praxisinhabern und zu Praxisschwerpunkten bereithält und über Sprechstundenzeiten informiert, bietet die Facebook-Praxisseite die Chance der aktiven Kommunikation mit dem Patienten.

So können die Patienten zum Beispiel über diesen Weg auch an Termine erinnert werden, etwa wenn für Pollenallergiker die Wiederaufnahme der Hyposensibilisierung ansteht oder wenn „Infektzeit“ ist und COPD-Patienten entsprechende Vorsicht walten lassen sollten und an eine Influenza-Impfung denken sollten.

Der ungekürzte Originalartikel „Nutzen Sie neue Medien und soziale Netzwerke!“ ist erschienen in MMW – Fortschritte der Medizin 08/2012, DOI 10.1007/s15006-012-1006-2, © Springer Verlag.

Michael Barczok, Ärzte Woche 35/2015

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