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Praxis 18. Mai 2015

Bin ich der Google?

Die Translate-Funktion des Suchdienstes übersetzt medizinische Sachinhalte manchmal so, dass Angehörige verwirrt oder sogar entsetzt sind.

Kommunikation ist in der Medizin das Um und Auf. Die weltweiten Wanderbewegungen bringen es aber mit sich, dass wir zunehmend Patienten behandeln, die keine der in Europa durch Dolmetscher leicht abzudeckenden Sprachen beherrschen. Ob Google helfen kann, wurde anhand von zehn Sätzen mit einfachen medizinischen Aussagen überprüft.

Mithilfe von Google-Translate wurden sie aus dem Englischen in 26 Sprachen übersetzt, davon acht westeuropäische, fünf osteuropäische, elf asiatische und zwei afrikanische. Insgesamt entstanden so 260 übersetzte Sätze, die man professionellen Übersetzern zur Überprüfung der Richtigkeit vorlegte.

150 Übersetzungen gaben den korrekten Inhalt wieder (57,7 %), während 110 Sätze (42,3 %) falsch waren. Am schlechtesten schnitten dabei afrikanische Sprachen mit einer nur 45-prozentigen Trefferquote ab, gefolgt von asiatischen mit 46 Prozent, osteuropäischen mit 62 Prozent und westeuropäischen mit 75 Prozent. Am besten (88,5 Prozent) schnitt ein Satz ab, den Angehörige sicher ungern als erstes hören: „Ihr Mann hat Gelegenheit, seine Organe zu spenden.“ Die Aussage, „Ihr Kind hat einen Krampfanfall“, die für betroffene Eltern wichtig ist, wurden dagegen nur in 7,7 Prozent der Fälle richtig übersetzt.

MMW Fortschritte der Medizin, Ärzte Woche 21/2015

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