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Endokrinologie 6. Oktober 2014

Harnsäure als unabhängiger Risikofaktor für erektile Dysfunktion

Eine Steigerung des Harnsäurewertes von 1 mg/dl im Serum verdoppelt das Risiko für erektile Dysfunktion.

Ein erhöhter Harnsäurespiegel im Serum steht in Verbindung mit einer endothelialen Dysfunktion, oxidativem Stress und einer Entzündungsreaktion und wird als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen gehandelt. Nun haben iranische Urologen in einer Fall-Kontroll-Studie untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Serumharnsäure und der erektilen Dysfunktion (ED) besteht. Hierzu wurden 251 durchschnittlich 45-jährige Männern mit neu diagnostizierter ED sowie 252 altersentsprechende Kontrollprobanden ohne ED eingeschlossen. Neben Parametern wie BMI, Blutdruck, Fettstoffwechsel und dem Grad der erektilen Dysfunktion wurde bei allen Studienteilnehmern der Harnsäurewert im Serum bestimmt.

Mit der Harnsäure steigt der Schweregrad der ED

Die Ergebnisse: Allgemein waren ED-Patienten dicker und hatten einen höheren Blutdruck als die Probanden der Kontrollgruppe. 7,2 Prozent der Patienten hatten eine schwere Form der ED, 17,9 Prozent eine mittelschwere, 33,1 Prozent eine leichte bis mittelschwere und 41,8 Prozent eine leichte. Im Mittel bestand die Störung bereits seit 32 Monaten. Der Harnsäurewert im Serum lag bei Männern mit ED im Durchschnitt bei 6,12 mg/dl und in der Kontrollgruppe bei 4,97 mg/dl. Unter Berücksichtigung aller anderen Risikofaktoren wie BMI, Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie, Triglyzeridwerten und Raucherstatus errechneten Salem et al. für Harnsäurewerte über 5,6 mg/dl im Vergleich zu Harnsäurewerten unter 4,5 mg/dl ein fast sechsmal so hohes Risiko für einen erektile Dysfunktion. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Höhe des Harnsäurewertes und dem Schweregrad der ED. Auch Diabetes, Hypertonie, ein niedriges HDL sowie Rauchen erwiesen sich in der adjustierten Analyse als signifikante Risikofaktoren für die Entwicklung einer ED.

Salem S et al.: J Sex Med 2014; 11(5): 1118–24

springermedizin.de, Ärzte Woche 41/2014

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