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Kinder- und Jugendheilkunde 26. Februar 2014

Dicke Kinder sind selten gesund

Alarmierende Daten zum Gesundheitszustand übergewichtiger Grundschulkinder.

Übergewichtige Kinder tragen schwer an ihren Pfunden. Hinzu kommt, dass sie damit auch eine Hypothek auf ihre gesundheitliche Zukunft aufnehmen. Denn Übergewicht verursacht schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und andere Stoffwechselstörungen. Doch anders als bisher angenommen, machen sich diese nicht erst im Erwachsenenalter bemerkbar.

In der Studie wurden 100 übergewichtige und 51 normalgewichtige Grundschulkinder ohne bekannte Vorerkrankungen umfassend untersucht: Neben Größe und Gewicht wurden Blutdruck und Laborparameter erfasst. Das Ergebnis: 73 Prozent der übergewichtigen Kinder zeigen mindestens in einem Stoffwechselparameter Auffälligkeiten, manche sogar in bis zu fünf.

„Das sind alarmierende Werte“, so Studienleiterin Ina Bergheim. Vor allem, da die Kinder – abgesehen von zu hohem Gewicht – als gesund gelten. „Das bedeutet, dass diese versteckten Störungen auch nicht behandelt werden.“ Ihre Studie zeige, dass es das „gesunde dicke Kind“ praktisch nicht gibt. Vor allem Mädchen seien gefährdet, denn bei ihnen beginnen die Probleme bereits im Grenzbereich von Normal- und Übergewicht, während bei Buben das Risiko für Stoffwechselstörungen erst mit starkem Übergewicht deutlich steigt.

„Mit dem Schuleintritt verändert sich für die meisten Kinder das Lebensumfeld sehr stark. Plötzlich sitzen sie sehr lange, bewegen sich weniger und das birgt Gefahren für die Gesundheit“, so Bergheim. Was allerdings nicht nur für Kinder mit Übergewicht gilt. Denn in der Studie wies auch etwa jedes siebente normalgewichtige Kind unerkannte Auffälligkeiten im Stoffwechsel auf.

Maier IB et al.: Acta Paediatrica 2014; online 24. Januar

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