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Onkologie 1. Jänner 2011

Besteht eine Assoziation zwischen einer Keimzelltumor-Erkrankung des Hodens und erhöhter Muskelmasse oder Adipositas?

EINLEITUNG: In der Literatur wird ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Body-Mass-Index und einer Hoden-Keimzelltumor-Erkrankung beschrieben. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob bei Patienten mit Keimzelltumoren des Hodens die Relation zwischen Körperquerschnitt und Muskelmasse an definierter Stelle des Abdomens in Richtung einer Muskelhypertrophie verschoben ist. PATIENTEN, MATERIAL UND METHODE: CT-Untersuchungen von 120 Hodentumor-Patienten und im Vergleich dazu CTs von 60 unfallchirurgischen Patienten wurden herangezogen. In Schichthöhe an der tiefsten Stelle des Nabels wurden die Flächen des gesamten dargestellten Körperquerschnittes und die der Mm. psoas majores ermittelt und deren Quotient zueinander berechnet. Weiters wurden die Dicke des M. rectus abdominis und der Mm. obliquii abdominis an deren breitesten Stelle ermittelt. ERGEBNISSE: Die Reproduzierbarkeit der Messwerte war äußerst hoch (kappa >0.9). Zwischen der Vergleichsgruppe und der Gesamt-Patientengruppe ergab sich in keinem der erhobenen Parameter ein statistisch signifikanter Unterschied. DISKUSSION: Laut Literatur weisen Patienten mit einem Keimzelltumor des Hodens im Durchschnitt einen höheren Body-Mass-Index (BMI) auf als ein altersentsprechend gesundes Vergleichskollektiv. Die Nabelhöhe ist eine Körperregion, in der typischerweise bei adipösen Menschen der Umfang deutlich ansteigt, also für die Referenzmessung durchaus geeignet. Aufgrund des Ergebnisses dieser Arbeit liegt die wahrscheinlichste Erklärung für die BMI-Steigerung in einer Erhöhung des Körpergewichts durch Massenzunahme an anderen Teilen des Körpers.

Manuel Gmeiner, Stephan Hruby, Andreas Nachbagauer, Wolfgang Krampla, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2011

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