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© Günter Menzl / fotolia.com
Gewissenhafte Geldanlage ist „in“.
 
Praxis 20. November 2015

Ausbeuten ist out

Geldanlage: Verantwortung im Depot ist keine Renditebremse.

Der Wunsch, auch beim Vermögensaufbau keine Unternehmen zu unterstützen, die die Umwelt zerstören oder rücksichtslos mit den eigenen Mitarbeitern umgehen, hat zu einem Aufschwung bei sogenannten nachhaltigen Investments geführt.

Im vergangenen Jahr hat es in diesem Segment nach Angaben des Marktberichts nachhaltige Geldanlagen einen Zuwachs von fast 50 Prozent auf nahezu 200 Milliarden Euro in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeben. Dabei hat sich gezeigt: Nachhaltig ausgerichtete Fonds können es auch unter Renditegesichtspunkten durchaus mit klassischen Fonds aufnehmen.

Themenfond – Wald gefällig?

Anleger können also einen Schwerpunkt auf nachhaltige Fonds setzen oder sie als Beimischung ins Depot nehmen. Zur Verfügung stehen dabei auch spezielle Themenfonds, etwa mit Fokus auf erneuerbaren Energien, Wassertechnologien oder Wald.

Eine Herausforderung ist allerdings immer noch für viele Privatanleger, die für sie passenden nachhaltigen Anlagen zu finden.

Grundsätzlich berücksichtigen nachhaltige Fonds bei der Auswahl der Unternehmen, in die sie investieren, neben den klassischen Einflussgrößen von Fonds wie Rendite, Risiko und Liquidität auch die Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

ESG-Kriterien berücksichtigen

Branchenstandard dafür sind die sogenannten ESG-Kriterien. Dabei steht „E“ (Environment) für ökologische Merkmale, „S“ (Social) für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten und „G“ (Governance) für nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolle, gesetzestreue Unternehmensführung.

„Für Kleinanleger sind diese Kriterien bei, ins Auge gefassten, Fonds allerdings häufig kaum selbst nachzuprüfen“, erläutert Jakob Trefz, Leiter Vermögensmanagement bei MLP. „Daher ist es ratsam, hier einen Experten mit ins Boot zu holen, der ein geprüftes Nachhaltigkeitsangebot bietet.“ Genauso wichtig sei, dass die nachhaltigen Fonds zum individuellen Risikobewusstsein des Anlegers passen, so Trefz.

Nicht zuletzt sollten Anleger auf die Kosten der Geldanlage achten – ob nachhaltig oder nicht. Trefz verweist darauf, dass viele Banken immer noch die Vergütungen, die ihnen von Fondsanbietern zufließen, einbehalten. Stattdessen gehe es auch transparent: Dann würden zum Beispiel Vergütungen dem Kunden gutgeschrieben und zugleich falle nur eine jährliche Gebühr aufs Depotvermögen an.

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