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Praxis 1. Juni 2011

Wahrnehmung von Kindesmisshandlung bei Ärzten – anhand einer Studie im medizinischen System Österreichs

Diese Studie mit eigens ausgewählten Ärzten hat zum Ziel, das Wissen über und die Wahrnehmung von Kindesmisshandlung im medizinischen System Österreichs zu erheben. Zwei Drittel aller Teilnehmer bestätigten Kontakt mit misshandelten Kindern im Laufe ihres Berufslebens, wohingegen 87.3 % keine vorhergehende Ausbildung diesbezüglich angeben. Kinderärzte nahmen misshandelte Kinder signifikant häufiger wahr (p = 0,021) und besaßen signifikant mehr themenrelevante Ausbildung (p = 0,012). Die vorliegenden Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Ärzte in ländlichen Regionen Österreichs zwar ein Grundwissen über das Erkennen und die Behandlung von Kindesmisshandlung haben, jedoch weitere Ausbildung und Spezialisierung benötigen um Diagnoseprozesse zu erleichtern, Meldungsraten zu erhöhen, Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten zu verbessern und Ängste im Umgang mit misshandelten Kindern zu verringern. Österreich ist ein reiches Land mit einem ausgezeichneten Gesundheitssystem und konkurrenzfähigen Forschungsstrukturen, in der Forschung zu Kindesmisshandlung müssen jedoch noch Rückstände zu gegenwärtigen internationalen Entwicklungen aufgeholt werden.

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