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© Andreas Suetterlin
Historische Spielzeugroboter, verschiedene Hersteller (1956 bis 1980).
 
Leben 16. August 2017

Aus Spiel wird Ernst

Digitale Moderne. Wer holt aus der digitalen, technologie- und wirtschaftsgetriebenen Revolution das Beste für die Menschen heraus, fragen die Kuratoren der Vienna Biennale 2017. Motto: „Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft“

„Wir wollen menschlich und unvollkommen sein, nicht übermenschlich und vollkommen.“

„Wir wollen ruhen, wann immer uns danach ist.“

„Wir wollen nicht, dass das, was wir kaufen, uns besitzt.“

„Ja, wir können uns vorstellen, dass sich eine Superintelligenz in uns verliebt.“

Das sind nur vier der mehr als 100 Antworten, die der Vienna Biennale Circle, ein Thinktank vorwiegend in Wien lebender Persönlichkeiten verschiedener Kreativsparten, zu den grundlegenden Fragen zur Zukunft des Menschen im digitalen Zeitalter formuliert hat.

Digitalisierung, Humanität und die Künste haben einander viel zu sagen: Die Vienna Biennale 2017 will einen Diskurs über mögliche digitale Wirklichkeiten entfachen. Multidisziplinäre Positionen begegnen der Turbo-Digitalisierung mit prägnanten Szenarien einer humanen digitalen Zukunft. Mehr als 300 Künstler, Designer und Architekten lenken den Blick auf die Möglichkeiten , wie wir aus der technologie- und wirtschaftsgetriebenen digitalen Revolution das Beste für uns Menschen heraus holen können.

Mit dem Motto Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft stellen sich die Veranstalter der Vienna Biennale 2017 – MAK, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunsthalle Wien, Architekturzentrum Wien sowie Wirtschaftsagentur Wien und AIT Austrian Institute of Technology als außeruniversitärer Forschungspartner – einem der prägenden Themen unserer Zeit. Die Digitalisierung beeinflusst unser (Arbeits-)Leben und unsere Lebensgestaltung bis ins letzte Detail. Oft passiert das unbemerkt, zu rasant sind die Veränderungen. Technologische Errungenschaften schaffen neue Spielräume und befreien uns . Gleichzeitig halten sie uns unter noch nie da gewesener Kontrolle.

Denken sie an die Sorge vieler Journalisten, durch intelligente Bot-Systeme ersetzt zu werden. Und womit? Mit Recht. Die Washington Post macht es vor. Echte Redakteure erstellen Vorlagen mit Textbausteinen, die für das Genre üblich sind. Das Programm verbindet diese Textbausteine mit Datenbanken, aus denen es die relevanten Daten extrahiert, daraus Texte zusammenbastelt und veröffentlicht. Ändern sich die Daten, aktualisiert das Programm Heliograf die Texte automatisch, und zwar schneller als jeder Mensch es je tun könnte. „Die Tools sollen unsere Arbeit effektiver und effizienter machen, jedoch keine Journalisten ersetzen“, meint der Datenchef des Blattes, Shailesh Prakash.

Es sind die Künste, die das Potenzial haben, den Blick zu schärfen, wachsam zu halten und beizutragen, die Digitalisierung mit ästhetischen und humanen Werten aufzuladen und langfristig sinnvoll zu gestalten.

Der Fokus auf Arbeit und Robotik liegt laut Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK, in der Natur der digitalen Frage:: „Arbeit ist zentral für unseren Wohlstand und unser Wohlgefühl. Automatisierung und Robotik lösen Grenzen auf zwischen Mensch und Maschine. Diese elementaren, von der Digitalen Moderne ausgelösten Veränderungen anzusprechen und human mitzugestalten, ist ein zentraler Anspruch der Vienna Biennale.“

Vienna Biennale: Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft Bis 1. Oktober 2017. MAK, Stubenring 5, Wien 1

Martin Křenek-Burger

, Ärzte Woche 26/2017

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