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Dr. Ronny Tekal, Medizin-Kabarettist
 
Leben 6. Juni 2017

Tipps für den Urlaub

Das Thema Gesundheit darf nicht an den Landesgrenzen enden.

Bald schon beginnt die Ferienzeit und auch wenn in diesem Zusammenhang oft das Wort „unbeschwert“ fällt, erkennt das medizinisch geschulte Auge die gesundheitlichen Fallen von Campingplätzen, Sandstränden oder 5-Sterne-Hotels. Exemplarisch sind einige der wichtigsten Risikofaktoren hier aufgeführt:

Die große Entfernung von der nächsten Intensivstation – Natürlich muss man nicht unbedingt davon ausgehen, jederzeit Opfer eines Schlangenbisses, eines Luftmatratzenunterganges oder eines bösartigen multiresistenten Strandkantinen-Keims zu werden, aber man kann. Tipp: Stets die Nähe einer autorisierten Reptilien-, Luftmatratzen-, oder Cevapcici-Klinik suchen. Ein großes Spital nebenan spendet zudem wunderbar Schatten auf der Strandliege.

Die ungewohnt heftige Sonneneinstrahlung – wobei für viele Menschen die Sonne an sich schon ungewohnt ist, da man im Urlaub zum ersten Mal seit zwölf Monaten überhaupt wieder ins Freie geht. Tipp: Nur nachts an den Strand.

Die Kost in mediterranen Ländern – die so weit vom gewohnten laktosereduzierten und glutenfreien Paläo-Mikrobiom-Futter entfernt ist, dass die meisten beim ersten Bissen Moussaka einen anaphylaktischen Schock erleiden. Tipp: Beim griechischen Joghurt nach einer joghurtfreien Alternative fragen und den Lachkrampf des Tavernen-Wirtes tapfer ertragen.

Die Geschlechtskrankheiten – kann man sich zwar hierzulande genauso aneignen, die Aneignung im sonnigen Süden erfreut sich jedoch größerer Beliebtheit. Tipp: Den Animateur nach einer tripperfreien Alternative fragen.

Hinterlistige Tattoo-Studios – in denen man nicht nur statt dem gewünschten chinesischen Symbol „Weg des Glücks“ das Zeichen für „Weg des Schweinefleisch nach Szechuan-Art“ zwischen die Schulterblätter genadelt bekommt, sondern vielleicht sogar auch Hepatitis C. Tipp: Wer auf das Arschgeweih aus Ko Pha Ngan nicht verzichten möchte, sollte vom thailändischen Tätowier-Labor seines Vertrauens sterile Nadeln, neue Farbe und einen originalverpackten Einmal-Tätowierer verlangen.

All-inclusive-Buffets – sollte man als untrainierter Urlauber meiden. Tipp: Bereits zu Hause langsames Aufbautraining in einem heimischen All-you-can-eat-Sushi-Asia-Nudel-Schnitzel-Lokal.

Die erhöhte Terrorgefahr – der man sich angesichts der zahlreichen ausländischen Menschen im Ausland ausgesetzt sieht und gegen die Schutzimpfungen nur wenig bringen, obwohl sie von der Impfkommission empfohlen werden. Tipp: Im In- und Ausland freie Plätze und geschlossene Räume meiden.

Ich möchte natürlich nicht als Spaßbremse die Urlaubsfreuden trüben. Doch man kann auch gesund Spaß haben – und einem volltrunkenen Halligalli am Ballermann steht eine besinnliche Fastenkur im Heilstollen um nichts nach.

Dr. Ronny Tekal ist Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.medizinkabarett.at

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