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© (2) Volonte
© (2) Volonte
 
Leben 6. Juni 2016

Nur der Augenblick

Aus dem gemeinsamen schöpferischen Dialog mit dem Werkstoff entstehen die Skulpturen von Karl Volonte.

Die unmittelbare Auseinandersetzung mit seinem Arbeitsmaterial steht für den Bildhauer Karl Volonte in seiner künstlerischen Tätigkeit im Mittelpunkt. Der Augenblick zählt – und das Einfühlungsvermögen. Und hier trifft der Künstler auf den Coach und Unternehmensberater Karl Volonte: Empathie ist auch hier gefragt, freilich mit anderen Absichten und Ergebnissen.

Der Werkstoff für Volontes Arbeiten ist der Stein, manchmal auch Holz. Seine Skulpturen lassen je nach Abstraktionsgrad eine figurale Grundform mehr oder minder stark erkennen oder erahnen. Sie imponieren im Stein mit seinen kühlen, glatten Flächen, mit geschwungenen Formen und akzentuierten Kanten. Die Ahnung und das Gespür, was der Stein oder der Holzblock für ihn bereithält, führen den Künstler Volonte während des gesamten Prozesses. Erst nach und nach öffnet sich ihm das Potential, Schritt für Schritt. „So entsteht so etwas, wie ein gemeinsamer schöpferischer Dialog, der uns miteinander arbeiten lässt“, beschreibt Volonte seine tätige Zwiesprache. Entscheidend dabei sei die Qualität des Dialogs. Diese Qualität hängt zu einem wesentlichen Teil davon ob, keinen Zwang auszuüben, sondern aus der „kreativen Leere“ sich einem Punkt anzunähern, an dem entschieden wird, wann das Werk fertig ist.

Ein besonderer Grad der Freiheit

In seinem bürgerlichen Beruf als Coach und Organisationsberater, begleitet er Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen dabei, das ihnen Wesentliche zu erkennen und ihre Ressourcen zu bündeln. Dafür sind Disziplin und eine gute Struktur notwendig. In seiner künstlerischen Auseinandersetzung schafft die Konzen-tration auf das Werkstück einen besonderen Grad der Freiheit. Keine äußeren Beeinflussungen: Übrig bleiben nur der Stein – oder der Holzblock – und sein Gegenüber. Die jahrelange Beschäftigung mit Zen, hat Volonte im Jahr 2008 die Bildhauerei als seinen Zen-Weg erkennen lassen, wie er in einem Interview erklärte: „Es ist nur der nächste Schlag, der zählt, es sind keine Gedanken da.“ Die Leere, die nicht das Nichts ist, sondern pures Bewusstsein ermöglicht.

Der 1965 geborene Autodidakt hat seine Meister in italienischen Steinbrüchen gefunden, hat dort im, am und mit dem Stein gelernt. Ausbildungen zur Bildhauerei absolvierte er im italienischen Petrasanta und in Berlin. Aber auch der Zugang zu Holz ist ihm gelungen, wo er ähnliche Ausdrucksformen wie am Stein findet, aber oft auch noch das Moment der Farbe dazu kommt. Die rauen, grob ins Holz geschlagenen Formen vermitteln hier einen recht archaischen Eindruck. Für den Betrachter bieten Volontes Objekte ein reiches Feld der Assoziationen und der persönlichen Berührung. Der Dialog findet auch hier auf der unmittelbaren Ebene statt– im Idealfall unbeeinflusst von äußeren Vorgaben.

Spannungsfeld der Gestaltung

Mit dem Wortpaar „GESTALTEN GESTALTEN?!“ kennzeichnet die Ausstellung mit aktuellen Werken von Karl Volonte im Kunstraum Dr. David in Wien das Spannungsfeld zwischen dem Künstler und seinem Arbeitsmaterial und dem künstlerischen Ergebnis.

Karl Volonte: Gestalten gestalten?!

Kunstraum Dr. David

Maurer Lange Gasse 47

1230 Wien

www.kunstpraxis-david.at

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