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© Manfred Speckmaier
Blühtrieb von G. speciosum
 
Leben 22. Februar 2016

Orchideenblüte als Sensation gefeiert

Eine seit Kurzem in voller Pracht entfaltete „Grammatophyllum speciosum“ kann zum ersten Mal in Wien gezeigt werden.Unterzeile

Bei der Internationalen Orchideenschau wartet der Botanische Garten der Universität Wien mit einer der wohl schönsten Orchideenarten, „Grammatophyllum speciosum“, auf.

Zu behaupten, die Österreicher seien große Orchideenliebhaber, kann man nicht so stehen lassen. Dazu wurden zu viele der hierzulande heimischen erdgebundenen Orchideen an den Rand des Aussterbens gedrängt, zu viele Wiesenflächen voller Knabenkraut, Ragwurz und Frauenschuh vernichtet.

Was der heimische Blumenfreund so liebt– und das ohne Einschränkung – sind aufwachsende, ephiphytische Orchideen aus den Tropen.

Knapp vor dem Start des eigentlichen Gartenjahres und pünktlich zur Eröffnung der Orchideen- und Tillandsienschau der Blumengärten Hirschstetten gibt es eine Erfolgsmeldung zu verkünden: Grammatophyllum speciosum, seit 2010 in der Forschungssammlung des Botanischen Gartens in Kultur, blüht heuer zum ersten Mal.

Grammatophyllum speciosum wird oft als die schwerste Orchidee überhaupt beschrieben. Durch die Ausbildung von immer neuen Bulben – darunter versteht man den verdickten Teil der Sprossachse – kann ein einzelnes Individuum beträchtliche Ausmaße erreichen. Die dicksten Sprosse werden bis zu fünf Meter lang, Blütenstände erreichen Längen von bis zu drei Meter. Alte Sprosse werfen ihre Blätter nach und nach ab, bleiben aber lange an der Pflanze noch als Speicherorgane erhalten. In der Londoner Kristall-Palast-Ausstellung wurde 1851 ein Exemplar dieser Art gezeigt, das zwei Tonnen wog.

Die Gattung Grammatophyllum umfasst nur einige wenige Arten. Sie kommen alle im malaiischen und polynesischen Raum vor. Einige werden dort lokal als Volksmedizin-Pflanzen genutzt, wobei ihnen auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird.

Der heiße Sommer 2015 dürfte dafür verantwortlich sein, dass die Pflanze einen Blühtrieb gebildet hat.

„Die Ausbildung eines derart großen Blütentriebs bedarf einer langen Vorlaufzeit, während der die Kulturbedingungen optimal sein müssen“, sagt Manfred Speckmaier, Orchideenexperte im Botanischen Garten der Universität Wien und Präsident der Wiener Orchideengesellschaft.

Orchideen- und Tillandsienschau; Dauer: bis 28. Februar, täglich 9 bis 17 Uhr; Ort: Blumengärten Hirschstetten, Wien 22, Quadenstraße 15, www.botanik.univie.ac.at/hbv

M. Burger, Ärzte Woche 8/2016

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