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Leben 10. Februar 2016

Nur das Beste für Hund und Katz

Damit die Vierbeiner lange gesund bleiben, sind viele Tierliebhaber bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Hund und Katze sind beliebte Haustiere. Damit sie lange leben, ist deren Gesundheit vielen jeden Cent wert. Ein Akt der Fürsorge, der sich nicht nur aus sozialen Gründen lohnt.

In Zeiten der Wohlstandsgesellschaft schleichen sich Experten zufolge auch bei den heiß geliebten Haustieren typische Zivilisationskrankheiten ein. Um sie zu heilen, setzen Mediziner alle Hebel in Bewegung und treiben die Forschung voran. Der Erfolg hilft Tier, Besitzer und dem Geschäft rund um die Veterinärmedizin. Denn ähnlich wie bei Menschen sorgt der medizinische Fortschritt auch bei den Tieren für eine höhere Lebenserwartung. Diabetes, Nieren- und Gelenkerkrankungen sind dann nur einige der Leiden, mit denen sie zu kämpfen haben, sagt Sabine Schüller, Geschäftsführerin Bundesverband für Tiergesundheit. Schuld daran sind in vielen Fällen aber vor allem die Besitzer selbst – „weil Hund und Katze häufig zu viel gefüttert werden“.

An der Gesundheit ihrer Lieblinge sparen die Tierbesitzer am wenigsten. Wie viel Herrchen und Frauchen ausgeben, zeigt eine Studie der Uni Göttingen: Allein Tierärzte machten 2013 mit der Behandlung von Heimtieren einen Jahresumsatz von etwa zwei Milliarden Euro. Rund 500 Millionen Euro wurde durch den Verkauf von Medikamenten erzielt. Am meisten investierten Besitzer in Hunde, auf Platz zwei liegen Katzen, gefolgt von Kleintieren, Vögeln und Reptilien.

Ein weiterer Grund, warum das Geschäft mit der Luxus-Tiermedizin rund läuft, ist die Zahl der potenziellen Patienten. Nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf leben derzeit etwa 28 Millionen Heimtiere in Deutschland, darunter zwölf Millionen Katzen und sieben Millionen Hunde. Tendenz steigend. Fast 90 Prozent der Hundehalter gehen laut der Studie regelmäßig mindestens einmal pro Jahr mit ihrem Hund zum Tierarzt.

Wenig große Player

Während die risikoreiche Forschung an komplizierten Medikamenten für Menschen im Normalfall deutlich mehr Gewinn abwirft, überzeugt die Tiermedizin mit anderen Argumenten: „Auf dem Markt gibt es nur wenige ‚große Player‘“, sagt Odile Rundquist, Analystin bei Helvea (Schweizer Bankunternehmen) und Branchenexpertin. Unternehmen, die sich einen Namen gemacht haben, profitierten von der starken Markenbindung. Als Beispiel nennt sie die Pharmafirmen Sanofi oder Bayer.

Auch die Tierliebe halte das Geschäft stabil, sagt Rundquist. Ein Beispiel dafür ist der US-Hersteller Zoetis, der auch zu den „Großen“ zählt. Auf seiner Internetseite wirbt er von Mitteln gegen Reiseübelkeit für Hunde bis hin zu Krebsmedikamenten für Katzen. Allein 2014 verdiente das Unternehmen rund 583 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 16 Prozent weniger. Aber nicht nur die schwarzen Zahlen belegen den Erfolg. Wer von Anfang an in Zoetis-Aktien investierte, hat inzwischen verdient. Seit dem Börsengang im Februar 2013 ist der Wert der Aktie fast um 50 Prozent gestiegen.

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