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© Frauenhofer MEVIS
Darstellung des Blutflusses im Aortenbogen zur Untersuchung des Körperkreislaufes.
 
Leben 25. August 2015

Virtuelle Reise durch das Herz

Auf der Ars Electronica in Linz präsentierten sich medizinische Forschung und Kunst aufs Eindrucksvollste.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bildgestütze Medizin MEVIS haben einen 3-D-Film geschaffen, der das menschliche Herz in voller Aktion und aus verschiedensten Blickwinkeln zeigt: Es schlägt und pumpt und spezielle Techniken zeigen, mit welcher Dynamik das Blut durch die Gefäße strömt.

Das Ars Electronica Center in Linz und das jährliche Festival zählen zu den weltweit führenden Schauplätzen der digitalen Kultur. Als Museum der Zukunft zeigt es den Besuchern, wie neue, noch im Forschungsstadium steckende Technologien den künftigen Alltag prägen könnten. Neu im Ars Electronica Center ist der „Deep Space 8K“, wo neue Technologien ein beeindruckendes, interaktives 3-D-Erlebnis möglich machen. Dort konnten Interessierte zum Thema „Universum Mensch“ eine dreidimensionale Visualisierung des Körpers erleben, welche veranschaulicht, wie Organe, Knochen, Muskeln und Blutbahnen aussehen und funktionieren. In diesem Deep Space 8K präsentierte das Fraunhofer-Institut MEVIS, Berlin, eine 3-D-Sequenz des menschlichen Herzens.

Zunächst baut sich aus den Schichtbildern eines CT-Scanners ein dreidimensionaler Block auf. Allmählich erkennt man Rippen, Zwerchfell und das schlagende Herz eines Mannes. Die Perspektiven wechseln, dann hebt sich eine einzelne Bildschicht hervor. Sie zeigt, wie sich die Herzklappen mit dem Pulsschlag öffnen und schließen. Jetzt erscheint eine MRT-Aufnahme. Auf ihrer Basis visualisieren raffinierte Algorithmen den Blutfluss: Aberhunderte farbige Funken stieben im Takt des Herzschlags durch Gefäße und Herzkammern und veranschaulichen, wo das Blut besonders schnell und druckvoll strömt. Wird der Film nicht live kommentiert, erklingt eine eigens komponierte Soundlandschaft. Die dreiminütige Sequenz basiert vollständig auf realen medizinischen Daten.

Die Herz-Sequenz ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Bremen und Linz. 2013 zeigte Fraunhofer MEVIS auf dem Ars Electronica Festival die interaktive Installation „Poking Florian“ – sie visualisiert die Faserbahnen und ihre Funktionen im menschlichen Gehirn. Auch im Bremer Science Center Universum steht seit Kurzem ein vom Fraunhofer MEVIS konzipiertes Exponat: der „Image Man“. Die lebensgroße, aus zehn Segmenten zusammengesetzte Figur veranschaulicht die Möglichkeiten der verschiedenen Bildgebungsverfahren wie Röntgen, CT und MRT. Die Experten entwickeln zudem auch Programme für Virtual-Reality-Brillen. Zukünftig sollen so klinisches Personal geschult und Patienten aufgeklärt werden.

Film auf YouTube: https://youtu.be/0B0d0fPVcKI

Frauenhofer MEVIS, Ärzte Woche 35/2015

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