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© Pressestelle Universität Osnabrück
Vibrationen führen den Benutzer des Kompassgürtels zuverlässig durchs Gelände.
 
Leben 27. März 2015

Kompassgürtel führt Behinderte

Ein vibrierender Navigationsgürtel leitet Senioren, Blinde und Hörgeschädigte zuverlässig durch die Straßen und die Landschaft.

Als Navigations- und Freizeitgürtel wurde die Innovation auf der Technikmesse CeBIT im März in Hannover vorgestellt.

Herkömmliche Navigationsgeräte haben meistens ein Display und die Option, die Navigationsanweisung per Sprache auszugeben. Diese Ausgabemodalitäten lenken aber die visuelle und auditorische Aufmerksamkeit von der aktuellen Verkehrssituation ab. Außerdem muss das Navigationsgerät gerade bei Fußgängern oft aus der Tasche genommen und in der Hand gehalten werden.

Laufend in Verbindung mit dem Erdmagnetfeld

„Durch unseren Navigationsgürtel kann der Benutzer durch vibrierende Reize ans Ziel geführt werden“, erklärt Prof. Dr. Peter König vom Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück. Augen und Ohren können sich weiterhin auf den herannahenden Verkehr und zeitgleiche Unterhaltungen konzentrieren.

In dem Gürtel steckt ein Kompass, der fortlaufend das Erdmagnetfeld misst. Er schickt das Signal an einen von 32 Vibrationsmotoren, die sich rings um die Taille reihen. Der Motor, der jeweils nach Norden zeigt, vibriert. Darüber hinaus ist über Bluetooth die Verbindung mit einem Smartphone möglich, um sich GPS-Koordinaten oder Routen anzeigen zu lassen.

Auf der CeBIT konnten Besucher den Prototyp des Gürtels ausprobieren. „Wir erhoffen uns Diskussionen, Vorschläge und Rückmeldungen zu der Idee, einen Gürtel als taktiles Navigationsgerät einzusetzen“, so König. Auch der Kontakt zu potenziellen Kooperations- und Industriepartnern ist willkommen. In dem Navigationsgürtel stecken inzwischen zehn Jahre Forschungsarbeit.

Universität Osnabrück, Ärzte Woche 14/2015

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