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Einer weitergedachten Lebensform Gestalt gegeben ...

... Gesichtsstudie mit Theo 13

Fritz Simak: Gesichtsstudie mitTheo 04 ...

© (4) Fritz Simak

...und im Moment der Farbkonfrontation festgehalten.

 
Leben 24. März 2015

Kopfexperimente

Eine wissenschaftlich-künstlerische Reise in, um und durch Köpfe.

So vieldeutig wie der Titel ist der Inhalt der Ausstellung „Kopfexperimente“ im Kunstraum Dr. David. Die Psychiatrie hat erkannt, dass die Erfahrung unserer Gegenwart auch durch die Einbettung der aktuellen Wahrnehmung in bereits vorhandene Gehirnstrukturen geprägt ist. Wünsche, Triebe, Vorstellungen, soziale Gegebenheiten, Erwartungen und Phantasien haben an dieser Ausformung ihren Anteil.

Funde aus der Jungsteinzeit beweisen, dass schon damals Schädeltrepanationen vorgenommen wurden. Man hatte Annahmen oder wollte wissen, was sich in so einem Kopf abspielte. Diese Neugier hat sich bis heute erhalten, die Untersuchungsmethoden sind allerdings etwas verfeinert worden. Moderne bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT, MRT, PET-Scan sollen uns bis in die zelluläre Ebene verraten, warum wir so denken und fühlen, wie wir es tun.

Neue Lebensformen und existenzielle Fragen

Auf genau dieser Ebene und in noch kleineren Universen bewegt sich Uwe B. Sleytr. Der Wissenschaftler, der sich in seiner Beschäftigung mit Synthetischer Biologie mit der Entwicklung und Gestaltung von neuen Lebensformen befasst, weiß, wie André Malraux, dass, wer in der Zukunft lesen will, in der Vergangenheit blättern muss. Und so leitet er aus Fossilienfunden und molekularbiologischen Erkenntnissen unter Rekonstruktion von Evolutionsprozessen neue Lebensformen, bildet mögliche Weiterentwicklungen in Skulpturen ab, die uns die Annäherung an die existenziellen Fragen „Woher kommen wir - wohin gehen wir?“ nicht nur intellektuell, sondern auch sensorisch ermöglichen.

Zeit als Gestaltungselement

Fritz Simak, der von Peter Weibel als Pionier der Konzeptfotografie beschrieben wurde, weiß um die Möglichkeiten, die Zeit als gestalterisches Moment einzusetzen. Die Wahl der Belichtungszeit, die Messbarkeit und das Bewusstsein für die Dauer eines Moments bestimmen unter anderem die gestalterische Kraft der Bilder und der damit verbundenen Empfindungen. Dass er noch dazu als Musiker – genauer als Jazztrompeter – erlebt, wie ein Ton aus dem Hintergrund in den Vordergrund schwingen und damit die ganze Klangfarbe einer Komposition verändern kann, verstärkt die Intensität seiner Darstellungen.

Der Wissenschaftler und der Fotograf begeben sich, ausgehend von dem Wunsch, Zeit und Mensch ganzheitlich in Beziehung zu setzen, auf eine Bildreise durch die Weltgeschichte und die eigene Biografie.

„Kopfexperimente“

Kunstraum Dr. David

Wien 23., Maurer Lange Gasse

Eröffnung: 1. April 2015 um 18 Uhr Festrednerin: Andrea Jünger, Kunsthistorikerin und Galeristin

geöffnet: bis Ende Mai nach tel. Terminvereinbarung: 01/87 97 405.

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