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© Josephinum
Emil Zuckerkandl (Anatom; 1849–1910) in älteren Jahren.
© Josephinum

Josef Skoda (Internist; 1805–1881) in mittleren Jahren.

© Josephinum

Carl von Rokitansky (Pathologe; 1804–1878) in älteren Jahren.

© (4) Philip Klepeisz

Ein Gall’scher Schädel mit seinen Hirnarealen von topologisch zugeordneten Eigenschaften.

Unter den Exponaten befindet sich auch Emil Zuckerkandls „Atlas der topographischen Anatomie des Menschen“ (1890–1900).

Rokitansky arbeitete sich vom betrachteten Organ über sein Notizbuch bis zur pathologischen Niederschrift (mit detaillierterZeichnung) voran.

Josef Skodas Vitrine zeigt mit sorgsamer Handschrift angefertigte Vorlesungsunterlagen und andere Werke.

 
Leben 12. Jänner 2015

Unter die Haut

Drei Jubiläen, drei Ärzte, drei Künstler: Die aktuelle Ausstellung im Josephinum spannt den Bogen von Rokitansky, Skoda und Zuckerkandl bis in die moderne Medizin.

„Unter die Haut“ ist drei wegweisenden Medizinern des 18. Jahrhunderts gewidmet, die allesamt die Erkrankungen des Menschen durch einen Blick hinter die Haut-Fassade besser verstehen wollten. Bei der Ausstellung spielt die Zahl drei häufiger eine Rolle: Drei Jubiläen bilden den Anfang, drei wichtige Persönlichkeiten den Mittelteil und drei zeitgenössische Künstler mit ihren Werken den Abschluss von „Unter die Haut“.

1785 wurde das Josephinum als medizinisch-chirurgische Militärakademie gegründet. Neben den unzähligen Wachsmodellen und der Bibliothek dient das Josephinum seit 1920 auch als Institut für Geschichte der Medizin. Seit 19. Dezember 2014 öffnet das Josephinum für Interessierte seine Tore zum Thema „Unter die Haut“. Anlässlich dreier Jubiläen im letzten und im heurigen Jahr – das 650-jährige Bestehen der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Gründung 1365), 20 Jahre Neues AKH (Eröffnung 1994) und 10 Jahre MedUni Wien (Gründung 2004) – wurde diese Ausstellung ins Leben gerufen. Dem Besucher werden unter anderem die Sammlungen der Medizinischen Universität Wien und die neue Ausstellung „Unter die Haut“ nähergebracht. Diese ist drei Persönlichkeiten gewidmet.

Drei Wegbereiter

Carl von Rokitansky (Pathologe, 1804-1878) und Josef Skoda (Internist, 1805-1881) waren wesentliche Wegbereiter der Moderne. Durch ihre Arbeiten und mit der Gründung der Zweiten Medizinischen Schule sorgten die beiden für einen Paradigmenwechsel, der die Medizin von einer naturphilosophischen in eine naturwissenschaftliche Medizin überführte. Emil Zuckerkandl (Anatom, 1849-1910), der unter anderem Student von Skoda und später dann Assistent von Rokitansky war, war ein wichtiger Anatom und Protagonist des jüdischen Österreichs zu dieser Zeit. „Unter die Haut“ bezieht sich auf die naturwissenschaftliche Herangehensweise der Drei, durch welche sie ein tiefgründiges Verständnis von den Funktionen des menschlichen Körpers erlangten.

Drei Künstler

Da die künstlerische Komponente für das Josephinum von jeher bedeutsam war, werden in einem anderen Teil der Ausstellung drei Interventionen zeitgenössischer Künstler vorgestellt. Sie gehören der Reihe „Chiasmata“ an. Der türkische Künstler Ali Kazma stellt zwei seiner Werke vor, die Filme Anatomy und Cryonics. Anatomy dokumentiert eine Anatomiestunde, wie sie auch schon im 18. Jahrhundert hätte sein können. In Cryonics geht es um die absurde Idee des Menschen, sein Leben zu kontrollieren und so lange wie möglich zu erhalten. Bei diesem Verfahren lassen sich Menschen ganz oder auch nur teilweise einfrieren, in der Hoffnung auf eine weiterentwickelte Medizin in der Zukunft – sei es für bessere Heilungschancen oder auf ein langes Leben.

Der Italiener Yuri Ancarani zeigt mit seinem Kurzfilm Da Vinci die Möglichkeiten der modernen Medizin anhand einer Operation durch einen Arzt unter Verwendung des gleichnamigen Roboters. Des weiteren werden Bilder medizinhistorischer Sammlungen aus Europa und den USA vorgeführt, die der finnische Künstler Ville Lenkkeri in der Bildreihe Cases of Curiosity gekonnt in Szene setzt.

 

Unter die Haut
Rokitansky – Skoda – Zuckerkandl
Die Geburt der modernen Medizin.
Josephinum – Sammlungen der MedUni Wien
Währinger Straße 25, 1090 Wien
Öffnungszeiten jeweils Freitag und Samstag, 10–18 Uhr.
Die Ausstellung ist bis 16. Mai 2015 zu sehen.
www.josephinum.ac.at
Kuratiert von Christiane Druml, Reinhard Putz und Moritz Stipsicz.

Philip Klepeisz, Ärzte Woche 1/3/2015

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