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Split Seconds Chronograph (N°124 824),erster Armband-Chronograph 1923

Jahreskalender Chronograph 5960/1A

Erste Armband-Minutenrepetion(N° 112 057), 1924

Nautilus Travel TimeChronograph 5990/1A

© point-of-views.ch

Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe

© (5) Patek Philippe

Patek Philippe Calatrava 4895R

 
Leben 23. Oktober 2014

Präzision ohne Kompromisse

Höchste uhrmacherische Qualität stand bei Patek Philippe, einer der ältesten noch tätigen, unabhängigen Uhrenmanufakturen, immer im Vordergrund. Nun feiert das Unternehmen sein 175-jähriges Jubiläum.

Erfindungsreichtum und Kompetenz sind zwei Faktoren, die den besonderen Ruf des Genfer Uhrenunternehmens von Anfang an prägten. Respekt vor dem geistigen Erbe und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind ebenso maßgeblich.

Heutzutage, wo internationale Konzerne in vielen Bereichen dominieren, haben Familienunternehmen einen besonderen Stellenwert. Die Geschichte der renommierten Genfer Uhrenmanufaktur Patek Philippe reicht zurück bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während der europäischen Neuordnung nach den Napoleonischen Kriegen wurden beide Gründer der Genfer Manufaktur geboren: Antoine Norbert de Patek 1812 und sein Partner François Czapek 1811, beide ursprünglich aus Polen stammend, gründeten 1839 in Genf ein Uhrenkontor. Nach einigen Jahren schied Czapek aus, und Adrien Philippe trat stattdessen in das Unternehmen ein. Die Verbindung von Pateks unternehmerischem Talent und der technisch-uhrmacherischen Begabung Philippes hat das hohe Renommee der Manufaktur begründet. Adrien Philippe ist der Kronenaufzug zu verdanken, heute gängiger Standard bei nahezu jeder Armbanduhr.

Das Gespür für exzellente Geschäftsverbindungen führte schon um 1850 zu internationaler Präsenz: die erfolgreichen geschäftlichen Verbindungen mit Charles Lewis Tiffany öffneten neben dem europäischen auch den nordamerikanischen Markt. Erfindungsreichtum kennzeichnete die weitere Entwicklung: Das Unternehmen kann für sich auch in Anspruch nehmen, 1868 die erste Damenarmbanduhr auf den Markt gebracht zu haben. 1887 wurde das Calatrava-Kreuz als Markenzeichen registriert, es ist zudem namensgebend für eine der schlichten und eleganten Modell-Linien von Patek-Philippe. An der Wende zum 20. Jahrhundert wurde der patentierte Doppelchronograph vorgestellt, 1923 folgte der erste Armbandchronograph mit dem Taschenuhrwerk N° 124 824. Weitere Innovationen waren 1924 die erste Armbanduhr mit Minutenrepetition (N° 112 057) und 1925 das Modell 97 975, der erste Ewige Kalender in einer Armbanduhr.

Die Ära Stern

Schon 1901 war das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Die Genfer Zifferblattfabrikanten Charles und Jean Stern übernahmen während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren die Aktienmehrheit. Seither bestimmt die Familie Stern den Lauf der Geschichte von Patek Philippe. Damit auch turbulente Zeiten nahezu unbeschadet überstanden werden können, war und ist strategisch sinnvolle Planung wesentlich. Dazu gehört oft die Entscheidung für konsequentes Fortsetzen eines eingeschlagenen Weges, anstatt immer neue Geschäftsfelder zu bearbeiten. Im Falle von Patek Philippe bedeutet dies nicht weniger, als höchst präzise ausgeführte Uhrwerke zu entwickeln und sie in ebenso hochwertige Gehäuse einzuschalen. Die hohe Fertigungsqualität kann somit beibehalten und bestehende Modell-Linien sukzessive ausgebaut werden.

Auf Kontinuität und langfristige Markenvision setzt auch Thierry Stern, derzeitiger Präsident von Patek Philippe. Die Entwicklung eines gängigen Kalibers nimmt etwa fünf Jahre in Anspruch, bei komplexen Elementen wie Jahreskalender, Ewiger Kalender oder Weltzeituhren kann dies jedoch auch länger dauern. Sich dafür nötigenfalls Zeit zu nehmen, bedeutet nicht langsam zu sein: Akkuratesse und Präzision in allen Arbeitsschritten, die höchst konzentriertes Arbeiten erfordern, garantieren, dass die fertiggestellte Uhr schließlich den hohen Ansprüchen des eigens entwickelten Gütesiegels entspricht. Dafür bürgt schließlich der gute Name. In der Werkskonstruktion finden auch neue Materialien nach einer sorgfältigen Prüfung für die Herstellung von Uhrwerkskomponenten ihre Verwendung.

Wissen von Generationen

Die Entstehung der einzelnen Werke wird exakt dokumentiert, um dieses Wissen nachfolgenden Generationen von Uhrmachern detailliert weiter zu geben. Es ist dies ein Beruf, der trotz ergonomischer und damit arbeitsmedizinischer bestens ausgestatteter Arbeitsplätze, körperlichen Ausgleich erfordert. Auch heute noch sind im Unternehmen jene Professionen von besonderer Bedeutung, welche die feine Uhrmacherei seit jeher auszeichnen: nämlich das Zusammenspiel von Gestalter, Uhrmacher, Goldschmied, Graveur und Emailleur. Darin liegt eine der besonderen Stärken von Patek Philippe. Thierry Stern, der nun in vierter Generation an der Spitze des Unternehmens steht, bringt es auf den Punkt: „Es ist essenziell, alle dafür notwendigen Fachkräfte im Haus zu haben. Das bedeutet für mich Unabhängigkeit“. Etwa 50.000 Uhren verlassen pro Jahr die Manufaktur, um weltweit ausgeliefert zu werden. Geschickte Planung und ein respektvoller Umgang mit den eigenen Ressourcen– dazu gehören außer den eigenen Mitarbeitern auch verlässliche Zulieferer – gewährleisten die reibungslosen Arbeitsabläufe.

Im Jubiläumsjahr werden unter anderem der Chronograph Ref. 5960/1A in Stahl mit Jahreskalender sowie der Nautilus Travel Time Chronograph Ref. 5990/1A präsentiert. Das große Ereignis wird im Oktober in Genf, der Heimatstadt von Patek Philippe, gebührend gefeiert. Eines wird sich, wie Thierry Stern ausdrücklich betont, über das Jubiläumsjahr hinaus nicht ändern: „Die genau ablesbare Zeit ist wichtig, aber der wahre Reiz liegt in der Gesamtheit der Uhr, in ihrer technisch perfekten Ausführung und der Ästhetik der Gestaltung.“

www.patek.com

Thomas Kahler, Ärzte Woche 43/2014

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