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Leben 2. September 2014

NebenWirkungen: Dr. Vader und Mister Darth

Die US-Regierung hat sich gegen den Bau eines Todessterns entschieden, da sie „die Sprengung von Planeten nicht unterstützt“.

Wenn jemand heutzutage eine ulkige Idee hat, so finden sich, mithilfe der neuen Medien, jede Menge weitere Menschen, die diese Idee unterstützen. So unterzeichneten 30.000 Personen eine Online-Petition an die US-Regierung, um einen – aus den Star-Wars-Filmen einschlägig bekannten – Todesstern im Weltall zu platzieren. Begründet wurde dies mit der Notwendigkeit einer größeren militärischen Sicherheit der Supermacht sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Da sich die amerikanische Regierung ab 25.000 Unterschriften mit dem Thema auseinanderzusetzen hat, musste der für das Wissenschaft- und Raumfahrtbudget zuständige Mitarbeiter im US-Präsidialamt eine Stellungnahme abgeben. Die Begründung für den negativen Bescheid: Zum einen würden die errechneten Kosten von 850 Billiarden US-Dollar das Haushaltsdefizit um den Faktor 773.000 vervielfachen. Zum anderen ist die Regierung nicht dafür, Planeten zu sprengen, was ja die Kernkompetenz eines Todessterns wäre. Als Killerargument wird zudem aufgeführt, dass es nicht ratsam scheint, derart viel Steuergelder in eine schwer bewaffnete Raumstation zu stecken, die von einem Einmannschiff mit einem Jedi am Steuer zerstört werden kann. Also Petition abgelehnt. So werden die besten Ideen leider bereits im Keim erstickt.

Dennoch könnte es Schule machen, die sozialen Netzwerke im Internet zu nutzen, um neue Vorschläge hochoffiziell zur Diskussion zu bringen. So verträgt das Gesundheitssystem eine ganze Menge ganz wunderbarer kreativer Einfälle.

Ich würde etwa die Idee eines gigantischen Spitals zur Abstimmung bringen, das etwas größer ist als Österreich. Damit kann man die Bevölkerung endlich vor den gesundheitlichen Gefahren außerhalb von Krankenhausmauern schützen. Zwar würde so eine Klinik unser Haushaltsdefizit ebenfalls um den Faktor 773.000 vervielfachen, aber wir sind von ähnlich ambitionierten Projekten schon Schlimmeres gewohnt.

Zudem wissen wir ja auch, wie man so ein Haus ökonomisch führen kann. Etwa als Doppel-Krankenhaus, das mit nur einer Einfach-Belegschaft auskommt. Das Personal wechselt über Verbindungsgänge von einem in den anderen Trakt, wird beim Wechsel automatisch gereinigt und von Spuren der Übernachtigkeit befreit. Auf der anderen Seite kommt es wieder strahlend weiß und bestens gelaunt zum Vorschein. Die Klinik ist der größte, weil einzige Dienstgeber des Landes, und da die gesamte Bevölkerung nun innerhalb eines Krankenhauses lebt und arbeitet, ist sie Patient und Behandler in Personalunion. Touristen, die durch Österreich reisen, müssen zudem nicht nur eine Vignette, sondern auch gleich eine E-Card lösen. Der laufende Betrieb wäre also finanziell gesichert.

Also unterzeichnen Sie bitte meine Petition, denn ich denke, sogar Darth Vader wäre stolz auf so eine Klinik.

Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.peter-teutscher.at, Ärzte Woche 36/2014

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