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© Monika Schuller
Maurisches „Centralbad“ aus dem Jahr 1889, Wien
© Iris Meder

Campus WU, 2013, Blick vom Gebäude D1 (Architektur: BUSarchitektur) zum Gebäude D2 (Architektur: Hitoshi Abe), Wien

© Stefan Schweiger

Gelebte Baukultur im Architekturhaus Kärnten

© Karin Lernbeiss

Hypercubus (Achitektur WG3), Burgenland

© Andreas Buchberger

Lehmhaus in Mitterretzbach, Niederösterreich

 
Leben 7. April 2014

Auf Entdeckungsreise

Wer möchte Neues in seinem näheren Umfeld kennenlernen bzw. nicht so leicht zugängliche Orte erkunden? Am 16. und 17. Mai ist dies anlässlich der österreichweit veranstalteten Architekturtage bei freiem Eintritt möglich.

Seit 2002 findet alle zwei Jahre eine zweitägige Veranstaltung zu Architekturschwerpunkten in ganz Österreich und zum Teil auch grenzüberschreitend statt. Unter sachkundiger Führung kann man sich dabei mit dem Thema Architektur gezielt auseinandersetzen.

Alle neun Bundesländer bieten dieses Jahr bei den Architekturtagen, die zudem in Kooperationen zwischen Wien und der Slowakei sowie dem Burgenland und Westungarn abgehalten werden, ein abwechslungsreiches kuratiertes Programm. Dahinter steht der Verein der Architekturtage, welcher zusammen mit der Architektenkammer sowie die Architekturstiftung, also der Dachorganisation der neun Architekturhäuser wie etwa die ÖGFA in Wien, als Veranstalter fungiert. „Die Grundidee dabei war eigentlich, dass Planer durch ihre Bauten führen und so Interessierten vertiefende Information anbieten. Dazu gibt es etwa auch die Formate ’Offene Baustelle‘ und ’Offene Architekturateliers‘, um einen Einblick in laufende Projekte und Planungen zu vermitteln“, so Architekturhistorikerin und Kuratorin des Programms der Architekturtage in Wien, Dr. Iris Meder.

Der Zuspruch ist groß, die Entscheidung, welche Tour man wählen sollte, fällt nicht leicht. Damit genug Zeit bleibt, Wissenswertes zu vermitteln, werden während einer Tour jeweils drei Objekte vorgestellt. Der Abschluss findet dann in einem mit der Planung eines der Projekte befassten Architekturbüros statt.

Alt und Neu im Kontext

Zum nun mehr dritten Mal stehen die Architekturtage heuer zudem unter einem Motto. „Alt jetzt neu“ lautet es 2014 und umfasst neben dem Aspekt der Denkmalpflege die Adaptierungen oder Umnutzungen, aber auch energetisch neue Konzepte und Neubauten in einem Altbau-Kontext. Sieben Themen sind es in diesem Jahr in Wien, die unter diesem übergeordneten Motto zu ganz unterschiedlichen Bauten führen. Einen dieser Schwerpunkte bilden Bankgebäude: „Leben im Tresor – Bankgebäude und ihre Nutzung“ führt in einem sehr gut gesicherten Gebäude wie etwa die heute vom Bundeskanzleramt genutzte Länderbank Otto Wagners oder die Schoellerbank, die eine zeitgenössische Intervention des Architekturbüros Jabornegg & Pálffy erfahren hat. Der ehemaligen Anglo-Österreichischen Bank von Adolf Loos, Ecke Mariahilferstraße und Neubaugasse ist derzeit ein fragwürdiges Los beschieden. Der denkmalgeschützte elegante Kassenraum ist leider zum Verkaufsraum einer Textilkette verkommen. Zu diesem Interieur, das mit Adolf Loos in Verbindung gebracht wird, gibt es neue Forschungserkenntnisse, worauf der diese Führung begleitende Architekt und Loos-Forscher Hermann Czech wohl eingehen wird.

Zu entdecken gibt es nicht nur hier, sondern auch auf den angebotenen „Grätzeltouren“ der Gebietsbetreuungen in Wien einiges, äußerst reizvoll ist das Entdecken unbekannter Plätze im vermeintlich so wohlbekannten Stadtraum. Aber nicht nur im Kleinen, sondern auch bei Großprojekten wie dem WU-Campus oder dem neuen Hauptbahnhof und dem Sonnwendviertel gibt es Interessantes und Wissenswertes, das im Rahmen der verschiedenen Führungen vermittelt wird. So etwa beim Thema „Fokus Großprojekte: WU Campus“, bei der Ralph Gleis, Kurator am Wien Museum, die Möglichkeit bietet, bei einer Führung auf dem ehemaligen Areal der Wiener Weltausstellung von 1873 die beiden noch bestehenden Ateliers im Prater zu besichtigen.

Und auch die Tour zum Thema „Wasser“ hat ihren besonderen Reiz, führt sie doch nicht nur auf Exkursion ins ehemalige Centralbad, sondern auch in dem von der MA 31 verwalteten Wasserbehälter Hackenberg, Bestandteil des historischen Wiener Hochquellwasserleitungssystems, und ins Beatrixbad, dessen historischer Bestand derzeit vom Architekturbüro A2K adaptiert wird. Man könnte sich aber auch die Besichtigung des Senders Bisamberg vornehmen, dessen Sendegebäude aus dem Jahr 1932 unter Denkmalschutz steht und darum, anders als der demontierte Sendemast, erhalten blieb.

Ein Blick in die Bundesländer

Nicht minder attraktiv sind die weiteren Programmpunkte in den Bundesländern: Bei „Bauen mit Lehm“ kann man sich über einen zeitlosen und ökologisch verträglichen Baustoff im Gasthof Excel in Mitterretzbach in Niederösterreich informieren. Tirol lockt beispielsweise mit Spaziergängen durch Telfs, Rattenberg und Zirl, Letzterer zum Thema „Ein Dorfkern im Wandel“, wobei Vertrautes aus einer anderen, vielleicht ungewohnten Perspektive zu neuen An- und Einsichten führt. „Tatort Leerstand“ richtet in Linz das Augenmerk auf nicht genutzte leer stehende Objekte im Stadtbereich und ihre mögliche Nutzung. Im Burgenland stehen etwa „Architekturvisiten“ in Zurndorf/Friedrichshof und dem mobilen Hotelzimmer „Hypercubus“ auf dem Programm. Wer immer schon wissen wollte, wie Bauen im Mittelalter vor sich ging, erfährt in Friesach beim „Burgbau Friesach – eine mittelalterliche Baustelle“ alles Wissenswerte über alte Techniken und Bearbeitungsmethoden. In Graz kommt man hingegen dem Landtag, dem Tummelplatz und der Alten Universität während der Architekturtage näher. In Salzburg kann man sich die architektonischen Eindrücke erwandern, da öffnen alte Häuser ihre Pforten. Und in Vorarlberg wurde aus einer alten Säge ein Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen. Insgesamt also ein vielfältiges Programm, das sich dem Thema „Architektur“ widmet. Detailinformationen dazu sind auf der Homepage der Architekturtage zu finden.

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