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Leben 6. Februar 2014

Rudolfstiftung: Spezialambulanz für vaginale Rekonstruktion

Jährlich werden rund 150 Frauen betreut, die unter den Folgen einer Genitalverstümmelung leiden.

Bereits zum elften Mal macht der "International Day of Zero Tolerance to FGM" (Female Genital Mutilation, FGM) am 6. Februar auf die schwerwiegenden Folgen weiblicher Genitalverstümmelung aufmerksam. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit rund 140 Millionen Frauen und Mädchen davon betroffen.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely spricht sich klar gegen diese massive Gewaltanwendung an Mädchen und Frauen aus und verweist auf die seit 2009 bestehende Spezialambulanz in der Rudolfstiftung. "Die Gewalt, die den Mädchen und Frauen damit angetan wird, ist weder mit Tradition noch Herkunft oder Religion zu rechtfertigen. Die Stadt Wien bietet den betroffenen Frauen sowohl medizinische als auch psychosoziale Hilfestellung: Im Frauengesundheitszentrum FEM (www.fem.at)und in der Spezialambulanz in der Rudolfstiftung."

"Diese Einrichtung in der Rudolfstiftung ist einmalig in Österreich und bietet Frauen, die an den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung leiden, eine adäquate Hilfestellung. Der Einsatz und das Engagement der Mitarbeiterinnen kann nicht genug hervorgehoben werden" betont auch die Wiener Frauengesundheits- beauftragte Beate Wimmer-Puchinger. Oberärztin Marika Huber, Initiatorin und Leiterin der Spezialambulanz: "Unsere Spezialambulanz wird sehr gut von den Patientinnen angenommen. Die Betreuung spannt einen Bogen von Operationen, Schwangerschaft, Geburt über anhaltende Probleme im gynäkologischen Bereich bis hin zu Problemen im Bereich Sexualität. Dies führte dazu, dass betroffene Frauen dieser traditionsbedingten Form von Gewalt erstmalig in Wien adäquate und menschliche Hilfe bekommen. Rund ein Drittel unserer Patientinnen sind Opfer einer solchen Genitalverstümmelung."

Ausführliche Gespräche und umfassende Untersuchungen

"Die Frauen und Mädchen, die zu uns kommen, werden von fachlich höchst kompetenten und speziell geschulten Ärztinnen und diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen betreut", erklärt die Expertin. In der Ambulanz erfolgen neben umfassenden Untersuchungen ausführliche Gespräche mit den betroffenen Frauen. Terminvereinbarungen für notwendige operative Eingriffe werden direkt mit dem Operationsteam vereinbart. Auch die Nachsorge der Patientinnen findet in der Ambulanz statt. Anmeldeinfos unter www.wienkav.at/spezialambulanz/fgm

Enge Zusammenarbeit mit Frauengesundheitszentrum FEM

Die Ambulanz steht in enger Kooperation mit dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd des Sozialmedizinischen Zentrums Süd. Hier haben Frauen aus afrikanisch- und arabischsprachigen Ländern eine erste Anlaufstelle, in der sie umfassend medizinisch und psychosozial betreut werden. Der Erstkontakt sowie eine Erstberatung der betroffenen Frauen findet im Frauengesundheitszentrum statt. Wenn sich eine medizinische Fragestellung ergibt, erfolgt eine Zuweisung in die Spezialambulanz. "Die Rückmeldung der Frauen sind sehr positiv. Mit der Ambulanz haben wir eine niederschwellige, vertrauensvolle Anlaufstelle geschaffen" so Huber.

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