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Leben 18. März 2013

Sandra Beinhardt Researcher of the Month, Februar 2013

Die Jury „Researcher of the Month“ verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Frau Dr.in Sandra Beinhardt aus Anlass der 2012 im Top-Journal „Gastroenterology“ (IF 12.032) erschienenen Publikation „Serum-level of IP-10 increases predictive value of IL28B polymorphisms for spontaneous clearance of acute HCV infection“ [1].

Die eingereichte Publikation entstand in der Arbeitsgruppe „Hepatitis“ (Leitung: Prof. Dr. P. Ferenci) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. H. Hofer an der Klinik für Innere Medizin III, Department für Gastroenterologie und Hepatologie (Leitung: Prof. Dr. M. Trauner) der MedUni Wien in Kooperation mit: Department für Virologie der MedUni Wien (Prof. Dr. H. Holzmann; Prof. Dr. J. Aberle), Medizinische Universität Graz, Paracelsus Medical Universität Salzburg, Wilhelminenspital Wien, Krankenhaus Elisabethinen Linz, Otto Wagner Spital Wien, Rudolfspital Wien, Allgemeines Krankenhaus Linz.

Die Studie zeigte auf, dass durch die Bestimmung von IP-10 (Interferon gamma inducible protein−10) die Voraussagekraft eines rezent entdeckten Polymorphismus (rs12979860) im Bereich des IL28B-Gens (Interferon-λ3 Gen), welcher für die spontane Ausheilung der akuten Hepatitis C Virusinfektion (AHC) prädiktiv ist, zusätzlich gesteigert werden kann

Beinhardt befasst sich im Rahmen der Arbeitsgruppe „Hepatitis“ mit „Virus-Host Interaktionen“ insbesondere im Rahmen der akuten Hepatitis C Virusinfektion. Die primäre Immunantwort auf eine Virusinfektion aktiviert das Interferonsystem und ist zum Teil genetisch determiniert. 2009 wurde ein Single Nucleotid Polymorphismus (SNP) im Bereich des Interferon-l3 Gens entdeckt (IL28B), der diesen genetischen Hintergrund teilweise erklärt.

Eine akute Infektion mit HCV verläuft klinisch meist stumm und nur wenige Patienten präsentieren sich mit dem Bild einer symptomatischen, akuten Hepatitis C. Zudem haben Patienten mit ikterischem Verlauf der AHC eine höhere Wahrscheinlichkeit zur spontanen Viruseliminierung.
In der eingereichten Studie wurden 120 Patienten mit akuter HCV hinsichtlich spontaner Ausheilung bzw. Chronifizierung evaluiert. Der für spontane Remission positiv prädiktive IL28B C/C-Genotyp wurde bei 74,6 % der Patienten mit spontaner Klärung, jedoch nur bei 51,7 % der Patienten mit Chronifizierung detektiert (PPV: 60,3 %). Darüber hinaus konnte das Ziel der Studie, die Aussagekraft des Polymorphismus im Bereich des IL28B-Gens hinsichtlich spontaner Klärung unter Einbeziehung von IP-10 zu verstärken, bestätigt werden. Auf Grund der zusätzlichen Bestimmung von IP-10 und konsekutiv der Kombination mit dem Polymorphismus rs12979860 im Bereich des IL28B Genes konnte der PPV um 22,3 % auf 82,6 % gesteigert werden.
Eine Differenzierung zwischen spontaner Ausheilung und wahrscheinlicher Chronifizierung der akuten HCV-Infektion ist von besonderer Bedeutung, da ein frühzeitiger Therapiebeginn mit Interferon-alpha2 einerseits die Entwicklung zur chronischen Hepatitis C hintanhalten kann, andererseits aber auch von einem nachhaltigerem Therapieansprechen, bei möglichst frühem Therapiebeginn (> 80 % Wahrscheinlichkeit der therapieinduzierten nachhaltigen Ausheilung), begleitet ist. Zusätzlich kann bei Patienten, mit zu erwartender spontaner Remission, eine kostenintensive und für den Patienten nebenwirkungsbehaftete Therapie vermieden werden.

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