zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 1. Juli 2011

Beurteilung der Nachhaltigkeit des Public Health Programms "Schlank ohne Diät"

HINTERGRUND: In den Industrieländern steigt die Prävalenz von Adipositas und den damit assoziierten Erkrankungen kontinuierlich und wird zunehmend zu einer finanziellen Belastung für die Gesundheits- und Sozialsysteme. Um dem vorzubeugen bietet die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien das Gewichtsreduktionsprogramm "Schlank ohne Diät (SOD)" an. Das Programm basiert auf Verhaltensmodifikation im Ess- und Bewegungsverhalten der Teilnehmer. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Daten 4.053 Personen mittels Statistikprogramm SPSS (Version 15) deskriptiv ausgewertet und die Nachhaltigkeit beurteilt. ERGEBNISSE: Es hat sich gezeigt, dass die wissenschaftlich empfohlene Zielgruppe von Gewichtsreduktionsprogrammen sowohl in Bezug auf BMI und Alter der Teilnehmer erreicht wird und auch der Erfolg bei der Gewichtsreduktion mit anderen Programmen vergleichbar ist. Nachuntersuchungen im Rahmen des Schlank ohne Diät-Programmes sechs bzw. zwölf Monate nach Programmende zeigten, dass eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 4,26 kg vom Ausgangsgewicht gehalten werden konnte. Jene Teilnehmer, die den Therapieempfehlungen folgen, haben einen signifikant höheren Gewichtsverlust, die Gewichtsabnahme korreliert ebenfalls mit der Zahl der besuchten Gruppenstunden (p < 0,001). Die Teilnahmefrequenz bei den beiden Nachuntersuchungen zeigt aber eine sinkende Tendenz von bis zu 75 Prozent. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Um einen langfristigen Erfolg in der Gewichtsreduktion zu erzielen, gilt es neue Methoden zu entwickeln, die die Motivation und Compliance der Teilnehmer stärken. Ein erster Versuch in diese Richtung war es, ein Ergänzungsmodul zu implementieren – den Teilnehmern wurde die Möglichkeit gegeben an einer Nachbetreuung teilzunehmen, die sich an die Gruppensitzungen angeschlossen hat. Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass eine mögliche Teilnahme an einer Nachuntersuchung nicht signifikant von einer über die Gruppenstunden hinausgehenden Betreuung abhängt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben