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Kautzky-Willer (l.) wird von Mikl-Leitner u. Wastler unterstützt.
 
Gesundheitspolitik 6. Oktober 2017

Ein weißer Fleck weniger

Gender Medizin. Der Kurort Gars am Kamp im Waldviertel wird zum Forschungsstandort. Prof. Alexandra Kautzky-Willer, die Wissenschaftlerin des Jahres, leitet das VAMED-Institut.

APAmed/MB„Es geht nicht um Frauenmedizin, sondern auch um die Männer“, erklärt Kautzky-Willer. Nur falls dem einen oder anderen nicht klar sein sollte, was man unter Gender Medizin genau versteht. Schwerpunkt sei aber schon die Frauenmedizin, „weil der Mann früher der Prototyp in der Medizin war“. Diesen Aufholbedarf erkennt auch VAMED-Vorstand Dr. Ernst Wastler, der Kautzky-Willer als wissenschaftliche Beraterin des ebenfalls in Gars am Kamp lozierten Gesundheitsressorts la pura women’s health resort schätzt. Auch dieses Haus wird von der VAMED betrieben.

Als erstes Forschungsthema nannte die mit der Leitung betraute Kautzky-Willer bei der Projektvorstellung „Stress und Stoffwechselveränderungen“. Jeder Patient und jede Patientin brauche ein maßgeschneidertes Therapiekonzept bei chronischem Stress, ausreichend Entspannungs- und Erholungsmöglichkeiten, verwies die Forscherin auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen. Das betreffe die Interpretation von Krankheitssymptomen – etwa bei Herzinfarkten – ebenso wie die Wirkung von Medikamenten oder therapeutischen Maßnahmen zum Beispiel nach Schlaganfällen.

Wo in NÖ noch geforscht wird

Noch im Herbst wird das Institut in dem traditionsreichen Kurort die Arbeit aufnehmen. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem „Vorreiter-Projekt“ in der medizinischen Forschung und Versorgung und einer Aufwertung für das Waldviertel. Die einst weiße Wissenschaftslandkarte Niederösterreichs sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten bunt geworden, verwies sie auf die Etablierung der von ihr so bezeichneten „Wissenschaftsachse“ Krems-Tulln-Klosterneuburg-Wiener Neustadt sowie der Fachhochschulen und Universitäten, die heute 21.000 Studierende zählen. Pro Jahr würden 100 Millionen Euro in die Forschung investiert, mit dem Forschungsbereich seien 11.500 Arbeitsplätze verbunden.

Das tut die VAMED

Wastler bezeichnete den Gesundheitsdienstleister mit 600 Einrichtungen weltweit als Innovationsführer in der individualisierten Medizin. Allein im Vorjahr sei an 70 wissenschaftlichen Projekten geforscht worden. Die Erkenntnisse fließen laufend in die Gesundheitsangebote in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Pflege ein. In Niederösterreich würden die Einrichtungen der Gruppe rund 150 Millionen Euro zur Wertschöpfung beitragen und etwa 1.000 Arbeitsplätze sichern.

Zur Person

Geboren am 18. April 1962 in Wien schloss Kautzky-Willer 1988 ihr Medizin-Studium an der Universität Wien ab. Nach Abschluss ihrer Facharztausbildung für Innere Medizin (1996) folgte 1999 ein Zusatzfach für Endokrinologie und Stoffwechsel. Seit Beginn der 1990er-Jahre engagiert sie sich für die Gender Medizin. Dr. Kautzy-Willer ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Ärzte Woche.

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