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Gesundheitspolitik 24. April 2017

Darabos listet Entlassungsgründe auf

Burgenland. Entlassener Krankenanstalten-Chef soll Unterlagen nicht herausgegeben und sich selbst Gelder ausbezahlt haben.

APAmedDer burgenländische Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) hat erstmals die Gründe aufgelistet, welche zur Entlassung des Geschäftsführers der KRAGES (Burgenländischen Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.), Rene Schnedl, geführt hatten. Demnach soll Schnedl Unterlagen nicht herausgeben, Verträge zum Nachteil der Gesellschaft verändert und sich selbst Gelder ausbezahlt haben. Die Verfehlungen seien im Zuge der Gebarungsprüfung zutage getreten. Auf Basis der einstimmigen Empfehlung von drei Experten – die Rechtsanwälte Johannes Wutzlhofer und Alexander Sporn sowie der Wirtschaftsprüfer Richard Kohlhauser – sei Schnedl mit sofortiger Wirkung abberufen worden. Dazu gebe es auch einen Beschluss der Landesregierung, sagte Darabos.

Der abberufene Geschäftsführer habe sich „mehrfach“ selbst Boni ausbezahlt, ohne dass dies durch seinen Dienstvertrag oder anderweitige Vereinbarungen gedeckt worden war, sagte Darabos. Laut Wutzlhofer würden die angesprochenen Beträge „über der Unerheblichkeitsschwelle liegen“. Auch die Anwesenheiten, Urlaube und Krankenstände Schnedls waren Darabos zufolge „auffällig“: „Die Zeitaufzeichnungen waren mangelhaft bis nicht vorhanden.“ Drittens sei im Zuge der Prüfung die Existenz von Verträgen festgestellt worden, „die nicht erklärbar sind und zum Nachteil der Gesellschaft abgeschlossen wurden“. Als Beispiel führte der Landesrat den Vertrag des ebenfalls entlassenen Leiters der KRAGES-Rechtsabteilung an. Zu der Entlassung des Juristen wollte man sich nicht äußern. Schnedl habe weiters die Prüfung verhindern wollen, „indem er Mitarbeitern verboten hat, Unterlagen vorzulegen“. Wutzlhofer ergänzte, es habe sich um Dokumente gehandelt, welche den ehemaligen KRAGES-Chef persönlich betroffen hätten.

Sporn: „Ein Vergleich ist aus heutiger Sicht keine Option, es gibt auch kein Vergleichsangebot. Jedenfalls keines, das mir bekannt ist.“ Mit der gesundheitspolitischen Strategie des Burgenlandes oder der Erstellung des Regionalen Strukturplan Gesundheit habe die Entlassung nichts zu tun.

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