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Gesundheitspolitik 21. Oktober 2016

Cochrane Austria

Das Themenspektrum von Cochrane Austria reicht von Diäten über Wundheilung bis hin zu Zahngesundheit.

APAmed. Die Informationsflut rund um Medizin und Gesundheit nimmt zu. Längst nicht alles, was da „angepriesen“ wird, weist eine wissenschaftliche Grundlage auf. Hier setzen die österreichische Zweigstelle der Cochrane-Organisation und die Online-Plattform www.medizin-transparent.at an, die wissenschaftlich geprüfte Informationen für Leser, Patienten, Ärzte und Entscheidungsträger anbietet. Die Cochrane Organisation hat es sich international zur Aufgabe gemacht, durch die Auswertung bereits vorhandener wissenschaftlicher Literatur möglichst objektive Aussagen zu medizinischen Themen, zum Beispiel zu Therapien und Arzneimitteln, zu treffen.

Cochrane Austria-Direktor Prof. Gerald Gartlehner hat aus der Plattform www.medizin-transparent.at einen Informations- und Anfrage-Service im Internet entwickelt, an den sich Konsumenten mit Gesundheitsfragen wenden können. Das Themenspektrum reicht vom Abnehmen, wo sich die verschiedensten Mittelchen tummeln, bis hin zu Wundheilung und Zahngesundheit.

Der Konsument sollte allen Heils- und Heilanpreisungen skeptisch begegnen. Skepsis ist aber auch bei den oft für solche Bewertungen verwendeten Meta-Analysen von bereits vorliegenden Studien angebracht. Neue Untersuchungen sind das nicht, nur das „Poolen“ und die erneute Analyse von alten Daten. Nicht immer erfolgt dies durch Experten des jeweils betroffenen Fachgebiets. Irrtümer und Fehlinterpretationen sind schließlich auch hier nicht ausgeschlossen.

Beim jüngsten Forum Alpbach zur Zukunft der Medizin forderte Gartlehner: „Nicht zu wenig und nicht zu viel Medizin.“ Der Knackpunkt sei der Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen – für Fachkreise genauso wie für Patienten. Während noch im 19. Jahrhundert sauberes Wasser den größten Fortschritt in Sachen Gesundheit gebracht habe, sei das aktuell etwas Anderes: „Im 21. Jahrhundert ist dies ‚sauberes‘ Wissen.“ Norwegen investiere zum Beispiel jährlich 30 Millionen Euro, um der Bevölkerung ausgewogene Informationen zum Thema Gesundheit bereitzustellen.

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