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Gesundheitspolitik 4. August 2014

Bessere Zusammenarbeit mit Pflegeberufen

Ausbildungsreform garantiert Turnusärzten mehr Zeit für ärztliche Tätigkeiten.

Die kommende Ausbildungsreform für Ärztinnen und Ärzte wird auch die Zusammenarbeit von Medizin und Pflege auf völlig neue Beine stellen. Darauf weist Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres hin, der die Stärkung der Kompetenzen der Pflege "ausdrücklich begrüßt, da sie im Gegenzug auch die Ausbildungsqualität der Turnusärzte steigert".

Ziel der Neuaufstellung der Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Angehörigen des Pflegepersonals ist eine Übernahme des sogenannten mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs durch die Pflege mit 1. Jänner 2015. Damit erbringt die Pflege nun auch jene Tätigkeiten, die sie laut Gesetz seit Jahren erbringen darf und deren Durchführung auch international üblich ist, damit sich Jungärzte auf die patientennahen Ausbildung konzentrieren können.

Für Szekeres ist das ein wichtiger Schritt zur weiteren Professionalisierung der Pflege und damit Kernstück der zukünftigen "Pflegeausbildung Neu", die gleichzeitig auch Voraussetzung für die Anerkennung als Ausbildungsstätte für Turnusärzte im Rahmen der "Turnusausbildung Neu" sei. "Tätigkeiten wie Blutdruck messen oder Blut abnehmen werden jetzt vom Krankenpflegepersonal übernommen. Den Turnusärzten bleibt damit mehr Zeit für ihre eigentlichen ärztlichen Tätigkeiten, vor allem auch am Bett des Patienten", betont Szekeres.

Positiv bewertet der Ärztekammerpräsident weiters den Umstand, dass die ärztlichen Direktoren und Pflegedirektoren innerhalb des Wiener Krankenanstaltenverbunds bereits beauftragt wurden, einen gemeinsamen Prozess zur Umsetzungsplanung einzuleiten. Dieser gemeinsame Prozess sieht im ersten Schritt Gespräche mit allen Abteilungsleitungen (Medizin und Pflege) vor. Bei diesen Gesprächen wird der Auftrag an die einzelnen Abteilungen ergehen, eine Ist-Stand-Darstellung zu generieren, welche Tätigkeiten bereits jetzt durch die Pflege übernommen werden können, sowie einen Umsetzungsplan bis 1. Jänner 2015 zu erstellen, wie Schritt für Schritt die allgemeinen Tätigkeiten des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs durch die Pflege umgesetzt werden könnten.

In einem zweiten Schritt sollen diese abteilungsspezifischen Umsetzungspläne bis Ende September dieses Jahres an die kollegialen Führungen übermittelt werden, um notwendige hausinterne Ressourcenverschiebungen einleiten zu können. Szekeres: "Die gute Zusammenarbeit mit den Pflegeberufen liegt auch im ureigensten Interesse der Ärzteschaft. Ich bin froh, dass innerhalb des Krankenanstaltenverbunds die dafür notwendigen Weichenstellungen bereits getroffen wurden."

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