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Gesundheitspolitik 29. April 2014

Ärzte angesichts der kursierenden Medikamentenfälschungen besorgt

Sicherheit der Krebspatienten muss im Vordergrund stehen.

Österreichs Fachärzte für Hämatologie und Medizinische Onkologie zeigen sich angesichts der europaweiten Berichte rund um gefälschte Chargen der Krebsmedikamente Herceptin und Alimta besorgt. Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie: "Wir verfolgen die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit, sind doch viele unserer Patientinnen und Patienten potenziell betroffen. Wir spüren die Verunsicherung - auch wenn noch nicht erwiesen ist, ob sich unter den auch in Österreich ausgelieferten und teilweise bereits an Patienten verabreichten Chargen auch solche mit gefälschtem Inhalt befanden. Bislang liegen zwar keine Berichte vor, dass Patienten auf diesem Weg mit gefälschten Medikamenten behandelt wurden und negative Auswirkungen zu erleiden hatten. Wir fordern aber lückenlose Aufklärung und Information."

Die OeGHO bekennt sich zu den Bestrebungen, die teilweise teuren Krebsmedikamente möglichst kostengünstig zu beschaffen, um den Anstieg der Medikamentenkosten im Rahmen zu halten. "Die Sicherheit für die Patienten muss aber dennoch an oberster Stelle stehen", betont Samonigg. "Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, einen unverfälschten Wirkstoff zu erhalten, der ihnen die höchstmögliche Chance auf Heilung gewährt oder aber den Krankheitsverlauf zumindest entsprechend bremst. In jedem Fall dürfen die Betroffenen nicht durch etwaige Verunreinigungen gefährdet werden. Kostenoptimierung auf dem Rücken der Patienten ist strikt abzulehnen."

Weiters fordert Samonigg, dass die von der EU geplante Verschärfung der Arzneimittelkennzeichnung beschleunigt umgesetzt wird: "Auch wenn sich dieser Fall der groß angelegten Medikamentenfälschung hoffentlich als Einzelfall herausstellen wird, muss man daraus lernen. Stellvertretend für die heimischen Onkologen sprechen wir uns daher dafür aus, mit der Verschärfung der Arzneimittelkennzeichnung nicht bis 2017/18 zu warten. Es braucht eine strenge Kontrolle über den Weg der Medikamente vom Produzenten bis zur Apotheke. Wir fordern vollständige Transparenz mit lückenloser Dokumentation von Herkunft, Transportkette sowie Transportsicherheit aller Medikamente, die wir unseren Patienten verabreichen."

Die OeGHO

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) ist die Fachgesellschaft von HämatologInnen und OnkologInnen und hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von PatientInnen österreichweit an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt aktuell ca. 550 Mitglieder, davon sind ein Großteil Fachärzte oder Fachärztinnen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und internistische Onkologie.

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