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Gesundheitspolitik 4. Juli 2012

Neuro-Enhancement an deutschen Universitäten: Häufigkeit, Ursachen und Geschlechtsunterschiede

Medikamentöse Interventionen zur Steigerung des Leistungs- und Funktionsniveaus wurden in der letzten Zeit vermehrt in der Öffentlichkeit diskutiert. Generalisierbare, objektive Daten, die Auskunft über die Höhe des tatsächlichen Konsums von leistungssteigernden Mitteln geben, fehlen jedoch bislang. Ziel der vorliegenden Studie ist es daher, die Häufigkeit des Gebrauchs von leistungssteigernden Mitteln unter deutschen Studenten zu untersuchen. Ferner werden Gründe für den Gebrauch und Geschlechtsunterschiede fokussiert.
Es wurde eine querschnittliche Online-Fragebogenstudie durchgeführt, in der 1.053 deutsche Studenten Auskunft über die Häufigkeit und Ursachen des Konsums von leistungssteigernden Mitteln geben sollten.
61 % der angeschriebenen Studenten beantworteten den Fragebogen. Das Durchschnittsalter war 24 Jahre; 635 Studentinnen und 418 Studenten beantworteten den Fragebogen 1–13 % der Studenten gaben an mindestens einmal in ihrem Leben verschreibungspflichtige Stimulantien (z. B. Modafinil) und/oder illegale Drogen (z. B. Cannabis) zur Leistungssteigerung oder Entspannung genommen zu haben. Die Hauptgründe für die Einnahme waren: Steigerung der Konzentration, Aufmerksamkeit und Entspannung. Es zeigten sich signifikante Geschlechtsunterschiede.
Die Studiendaten geben einen Einblick über die aktuelle Situation des Konsums von Substanzen zur Leistungssteigerung und dessen Motivation. Institute der Gesundheitsversorgung sollten diese Situation weiterhin fokussieren und darauf aufbauend Aufklärungs- und Präventionsprogramme für Studenten an deutschen Universitäten entwickeln.

Stefanie Mache, Patrick Eickenhorst, Karin Vitzthum, Prof. Burghard F. Klapp, Prof. David A. Groneberg, Wiener Medizinische Wochenschrift 11/12/2012

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