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Gesundheitspolitik 1. September 2011

Gesundheitsversorgung für MigrantInnen und marginalisierte Individuen am Beispiel der Marienambulanz in Graz

Die 1999 in Graz gegründete Marienambulanz bietet freie medizinische Versorgung für marginalisierte und nicht versicherte Personen an. Seit 2003 werden in der Ambulanz medizinische und sozio-ökonomische Daten gesammelt. Das Ziel dieser Studie war es, zu analysieren, wer in den letzten sieben Jahren (von 2003 bis 2009) auf Grund welcher Beschwerden behandelt wurde. In der Studie wurden die medizinischen Daten in Hinblick auf die vier häufigsten Gründe für das Aufsuchen der Klinik, die Nationalität der PatientInnen und deren Versicherungsstatus deskriptiv analysiert. Seit 2003 wurden insgesamt 3.652 PatientInnen (davon 2.342 Männer und 1.310 Frauen) in der Marienambulanz behandelt. Die Mehrheit der PatientInnen suchte die Ambulanz für medizinische Erstgespräche, für die Verschreibung von Medikamenten oder für weiterführende ausführliche ärztliche Gespräche auf. Interessanter Weise waren im Durchschnitt über die Jahre mehr als 60% der PatientInnen versichert. Die Marienambulanz stellt also medizinische Betreuung für nicht versicherte und für versicherte aber marginalisierte Personen, die Leistungen des regulären Gesundheitswesens nicht in Anspruch nehmen können oder wollen, zur Verfügung. Es kann argumentiert werden, dass das Österreichische Gesundheitssystem keine ausreichende Gesundheitsversorgung für Randgruppen leisten kann. Die Marienambulanz als niederschwellige Institution kann Randgruppen eine medizinische Versorgung bieten und könnte für diese eine Brückenfunktion in das reguläre Gesundheitssystem darstellen.

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