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Zahnheilkunde 5. August 2015

Kampf dem Schnarchen

Die MKG-Chirurgie spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung der Schlafapnoe.

Schnarchen ist nicht nur ein lästiges Übel, es kann gravierende Auswirkungen auf die gesamte Gesundheit nehmen, speziell wenn es sich dabei um eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) handelt. MKG-Chirurgen bieten ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum zur effektiven Problembeseitigung.

Schätzungen zufolge leiden circa 5 % aller Österreicher an OSA: Das nächtliches Schnarchen begleitet von Atempausen (Apnoen) kann je nach Häufigkeit und Schwere gravierende psychische und körperliche Folgeerscheinungen von Müdigkeit und Abgeschlagenheit über gesteigerte Reizbarkeit bis hin zur erhöhten Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts hervorrufen. Experten raten daher zur möglichst frühzeitigen Behandlung.

Diagnose entscheidend für Behandlungserfolg

Für den Behandlungserfolg und die Auswahl der individuell effektivsten Therapie ist die richtige Diagnose entscheidend. Ambulant geht das mit dem Polygraphie-Gerät oder in komplizierteren Fällen hilft die Diagnostik im Schlaflabor. Denn die Ursachen für nächtliches Schnarchen und Atemaussetzer sind vielfältig: Neben typischen Veränderungen der Nase, die zu Verengungen oder ungünstiger Luftdurchleitung führen, basieren sie jedoch meist auf Verengungen im Bereich des weichen Gaumens, Zäpfchens oder Zungengrundes. Derartige Einengungen können durch Gewebeerschlaffung oder auch Kieferfehlstellung entstehen.

Neue Behandlungsvielfalt

MKG-Chirurgen bieten ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum zur effektiven und erfolgreichen Ursachen- und damit Problembeseitigung. Die Bandbreite reicht von der einfachen Schienenbehandlung, die bei richtiger Diagnose ebenso erfolgreich sein kann, über eine schonende Straffung des weichen Gaumens mit Hilfe eines Lasers bis hin zu verlagernden Operationen des Ober- und Unterkiefers. Was wann richtig ist, weiß nur der erfahrene Experte, der dann auch in der Lage ist, den Eingriff erfolgreich durchzuführen.

Protrusionsschiene schiebt Unterkiefer vor

Das Prinzip: Durch die Schiene wird der Unterkiefer um 5 bis 8 mm nach vorn bewegt, Zunge, Zungenbein und Kehlkopf folgen dieser Bewegung. Dadurch werden die hinteren Luftwege zwischen Zungengrund und Rachenwand geöffnet. Diese sogenannte Unterkieferprotrusionsschiene in den verschiedenen Varianten hat sich daher zu einer Standardtherapie entwickelt, ihre Wirksamkeit ist durch mehrere kontrollierte Studien belegt. Wichtig dabei ist, dass die Schiene vom Experten individuell ausgewählt, angepasst und in regelmäßigen Intervallen kontrolliert wird. Denn: Das Vorziehen des Unterkiefers belastet die Kiefergelenke und kann bei Daueranwendung zu Kiefergelenkbeschwerden und möglicherweise Zahnschäden führen. Bei der Erschlaffung der Gaumensegelmuskulatur werden heutzutage schonende, minimal-invasive Verfahren eingesetzt, wie beispielsweise die laserchirurgische Straffung des Gaumensegels. Der Eingriff ist völlig schmerzfrei durchführbar und kommt ohne das Einbringen eines Lokalanästhetikums aus. Der Effekt: Das behandelte Gewebe wird straffer, was zu einer Verbesserung der Situation führt.

Kieferumstellung für freie Atmung

Rücklagen des Ober- und/oder Unterkiefers können ebenfalls eine Einengung des Gaumensegel- oder Zungenbereichs verursachen.

Bei Kieferfehlstellungen treten neben der möglichen Einengung der Luftwege noch weitere funktionelle und ästhetische Aspekte auf wie eine eingeschränkte Kaufunktion, Fehlbelastung der Kiefergelenke, Schmerzen der Kau- und Nackenmuskulatur und Profilstörungen. Bei der skelettverlagernden Operation, die als hocheffektives Verfahren gilt, wird der Unterkiefer alleine oder simultan der Unter- und Oberkiefer dauerhaft vorverlagert. Derartige Eingriffe sind jedoch kompliziert: Sie erfordern jedoch hohes planerisches Know-how, viel Erfahrung auf diesem Gebiet sowie die enge Kooperation mit einem Kieferorthopäden.

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