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Zahnheilkunde 3. März 2015

Gratis-Zahnspange: Vertrag unterzeichnet

Einigung zwischen Zahnärztekammer und Sozialversicherung: Ab 1. Juli 2015 werden 180 Vertrags-Kieferorthopäden die Sachleistungsversorgung sicherstellen.

Die Sozialversicherung und die Österreichische Zahnärztekammer haben sich auf die neue kieferorthopädische Sachleistungsversorgung für Kinder und Jugendliche geeinigt. Nachdem der Vertragstext in den jeweiligen Gremien der beiden Vertragspartner Ende Dezember beschlossen wurde, erfolgte nun die offizielle Unterzeichnung.

Für Kinder und Jugendliche wird es demnach ab dem 1. Juli 2015 bei medizinischer Notwendigkeit (laut IOTN-Skala 4 und 5) bis zum 18. Lebensjahr zwei neue Leistungen der sozialen Krankenversicherung geben:

• Eine frühkindliche kieferorthopädische Behandlung durch Zahnärzte und Kieferorthopäden bei schweren Fehlstellungen, die im Normalfall frühestens ab dem 6. Lebensjahr erfolgt wobei der bisher geltende Selbstbehalt (durchschnittlich in Höhe von rund € 400,-) wegfallen wird.

• Festsitzende Zahnspange ausschließlich durch (Vertrags)Kieferorthopäden bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr bei schwerwiegenden Fehlstellungen (IOTN 4 und 5)

• Kieferorthopädische Erstberatung durch einen (Vertrags)Zahnarzt.

• Feststellung, ob eine schwerwiegende Fehlstellung nach IOTN 4 und 5 vorliegt durch (Vertrags)Kieferorthopäden

• Wegfall der bisherigen Bewilligung durch die Krankenkassen bei Behandlung durch (Vertrags)Kieferorthopäden

• Einführung eines Qualitätssicherungssystems durch Messung des Behandlungserfolges.

Betroffen sind davon rund 30.000 Kinder pro Jahr. 8.000 bei der frühkindlichen Behandlung, 22.500 Kinder und Jugendliche bei der Versorgung mit festsitzender Zahnspange ab dem 12. Lebensjahr.

„Wichtiger Lückenschluss“

„Diese Einigung ermöglicht einen ganz wichtigen Lückenschluss in der Kinder- und Jugendmedizin und wir können nun als Sozialversicherung diese notwendigen Leistungen im Bereich der Zahnbehandlung finanzieren“, so der Vorsitzende des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Mag. Peter McDonald.

Der Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse und Verhandler der Sozialversicherung, Albert Maringer, freut sich, „dass es mit der Einführung der Gratis-Zahnspange endlich gelungen ist, eine wichtige Leistungslücke zu schließen“. Maringer: „Wir haben schon seit vielen Jahren gefordert, dass Kinder, die aus medizinischen Gründen eine Zahnspange brauchen, diese auch als Leistung der Krankenkasse erhalten sollen. Dass also die Versorgung dieser Kinder nicht mehr davon abhängig ist, ob sich die Eltern eine Versorgung um rund 5.000 Euro privat leisten können“.

„Die soziale Krankenversicherung kann und darf aber nicht die Kosten für überwiegend kosmetische Behandlungen übernehmen“, so Maringer abschließend.

 

HVB/IS, Zahnarzt 3/2015

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