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Schmerzende Zähne machen müde Beine.
 
Zahnheilkunde 14. Juli 2014

Spitzensportler: Leistungstief durch Zahnschmerzen

Viele Top-Athleten legen zu wenig Wert auf ihre Zahngesundheit.

Zahnschmerzen haben bei rund einem Fünftel der Sportler, die an den Olympischen Spielen in London 2012 teilgenommen haben, sowohl das Training als auch die Wettkampfleistungen negativ beeinflusst. Das im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Ergebnis einer Studie britischer Forscher [1] war auch Thema auf der Konferenz Oral Health and Performance in Sport.

Demnach können Zahnschmerzen den Schlaf und das Training stören, eine Entzündung des Zahnfleisches beeinflusst den ganzen Körper und verschlechtert damit die Leistung erheblich.

Laut den Experten macht zwar eine gute Zahnpflege einen Wochenendsportler nicht gleich zu einem Olympiateilnehmer, bei Spitzensportlern können winzige Vorteile jedoch zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Laut Studienleiter Ian Needleman vom International Centre for Evidence-Based Oral Health sind daher Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit durchaus denkbar. „Es geht in diesem Bereich um die Ansammlung winziger Vorteile. Die Zahngesundheit könnte hier einen entscheidenden Einfluss haben“, so Needleman.

Tests an Olympiateilnehmern

Die bei den Olympischen Spielen 2012 in London durchgeführten Tests an 302 Olympiateilnehmern – großteils aus Afrika, Europa und Amerika – haben gezeigt, dass viele jungen Sportler, die körperlich in Bestform waren, Probleme mit den Zähnen hatten. „Ein großer Anteil der Studienteilnehmer berichtete, dass diese Probleme Auswirkungen auf ihr Training und ihre Leistung hatten.“ Konkret hatten 46,5 Prozent der befragten Athleten im gesamten Jahr vor den Spielen keinen einzigen Kontrolltermin bei einem Zahnarzt wahrgenommen. 8,7 Prozent gaben sogar an, dass sie noch nie bei einem Zahnarzt gewesen waren.

Boxprofis müssen zum Zahnarzt

Angesichts dieser katastrophalen Resultate möchte die British Amateur Boxing Association (BABA) nun mehr Augenmerk auf die Zahnhygiene der britischen Amateurboxer legen. Laut Dr. Mike Looseemore vom Institut für Sport, Exercise and Health am University Collage London und Berater des British National Health Service (NHS) in Sachen Sportmedizin, hatte sich nämlich gezeigt, dass Zahnprobleme die Boxer beim Training beeinträchtigen und letztlich verhindern, dass sie in allerbestem körperlichen Zustand sind, wenn sie in den Ring steigen. Die Lage hat sich laut den Sportmedizinern nach der Einführung regelmäßiger Untersuchungen aber verbessert, auch wenn diese bei den Sportlern nicht immer beliebt sind. „Sie gehen nicht gerne zum Zahnarzt. Sie wollen lieber trainieren“, erklärt Loosemore. Er könne das zwar aus Sicht der Sportler verstehen, hoffe jedoch, dass die Wertschätzung spätestens dann kommt, wenn sie bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 Medaillen gewinnen.

PTE/IS

Originalpublikation

1. Needleman I, Ashley P, Petrie A, et al. Oral health and impact on performance of athletes participating in the London 2012 Olympic Games: a cross-sectional study. Br J Sports Med 2013;47:1054-8.

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