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Thomas Stahl  Marketingdirektor Nobel Biocare für die Region D-A-CH

 
Zahnheilkunde 25. April 2014

Innovation ist das Kernstück unserer Tradition

Nobel Biocare gehört als Komplettanbieter im Bereich Zahnersatz zu den führenden Dentalunternehmen weltweit und hat neuerdings den Markt regenerativer Lösungen betreten.

Ein breites Spektrum an Veranstaltungen und Fortbildungen sollen Behandler wie auch Zahntechniker für die innovativen Produkten aus dem Hause Nobel Biocare begeistern. Thomas Stahl, Marketingdirektor bei Nobel Biocare für die Region D-A-CH (Deutschland, Österreich und Schweiz), spricht im Interview mit dem Zahn Arzt über Tradition, Innovation und die Bedeutung guter Fortbildungsmöglichkeiten.

Herr Stahl, Nobel Biocare feiert aktuell 30 Jahre dentale CAD/CAM mit NobelProcera. Mit dem 50. Geburtstag von Nobel Biocare steht auch schon das nächste Jubiläum ins Haus. Wie wichtig sind Traditionen im Hause Nobel Biocare?

Stahl: Tradition ist uns wichtig im Sinne von beständiger Qualität, die wir immer weiter in die Zukunft tragen. Österreichische Zahnärzte handeln evidenzbasiert, das heißt sie setzen auf hohe Qualität und hohe Langzeitsicherheit. Alle unsere Produkte zeichnen sich durch eine breite wissenschaftliche Dokumentation aus. Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung betrugen im letzten Jahr zwölf Prozent vom Gesamtumsatz. In absoluten Zahlen macht das über 68 Millionen Euro aus. Damit verfügen wir über das höchste Investitionsniveau unter den großen Unternehmen unserer Branche.

Wo liegen die Schwerpunkte dieser Investitionen?

Stahl: Ein Großteil unserer F&E Investitionen fließt in die Finanzierung von klinischer Forschung und technischer Dokumentation, anhand derer bestätigt wird, dass unsere Produkte und Lösungen sicher und effektiv sind sowie vorhersagbare Ergebnisse liefern – langfristig also im besten Interesse Ihrer Patienten eingesetzt werden. Ein weiterer Teil der Mittel ist der Produktentwicklung gewidmet. Wir empfinden unsere Tradition eben auch als Verpflichtung nachhaltig in die Zukunft zu investieren. Im Sinne unserer Kunden und deren Patienten, aber auch im Sinne unserer Mitarbeiter. Nobel Biocare ist seit jeher als stark innovatives Unternehmen bekannt und als solcher richtungsweisender Innovationstreiber. Diese Tradition bewahren wir uns.

Stichwort Innovation: Nobel Biocare hat Anfang des Jahres mit creos ein für Nobel Biocare neues Segment betreten. Was sind die Beweggründe für diesen strategischen Schritt?

Stahl: Regenerative Komponenten wie Membrane oder Augmentationsmaterialien sind ein wichtiger Bestandteil der heutigen Implantologie. Wir wurden in den letzten Jahren verstärkt von Kunden auf diesen Bedarf angesprochen. Um eben alles aus einer Hand in gewohnter Produkt- und Servicequalität bieten zu können, sind wir in den regenerativen Dentalmarkt eingestiegen. Dabei ist creos das erste Produkt unserer neuen Serie im Bereich der regenerativen Lösungen. Diese resorbierbare Kollagenmembran wird Teil einer größeren Produktlinie mit dem Markennamen Creos sein.

Wodurch unterscheidet sich creos von anderen am Markt erhältlichen Membranen?

Stahl: Durch einen speziellen, sehr schonenden Produktionsprozess bleibt ein großer Anteil des natürlichen Kollagennetzwerks bestehen. Dadurch ergeben sich eine hohe Reißfestigkeit und eine relativ hohe Standzeit von 12 bis 16 Wochen. Vergleichende Untersuchungen, welche an der EAO in Dublin vorgestellt wurden, zeigen eine um bis 100 Prozent höhere Reißfestigkeit als andere am Markt verfügbare Membranen.

Wie wird die neue Membran im Markt angenommen? Welche Rückmeldungen erhalten Sie zu creos?

Stahl: Die Membran ist seit Juni 2013 von mehr als 200 Anwendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz angewendet worden. Vor allem das einfache Handling und die Reißfestigkeit wurden dabei besonders positiv erwähnt. Insbesondere in Österreich schätzen Kunden den direkten Vertrieb durch den vertrauten Verkaufsberater. Creos hat bei uns hohe Priorität. Zusätzlich zu all den bereits genannten Vorteilen, schätzen die Behandler creos auch aufgrund des sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses.

Ist jede Innovation auch ein Fortschritt?

Stahl: Bei der Entdeckung der Osseointegration durch Brånemark lässt sich die Frage einfach beantworten. Seine Innovation hat das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verändert. Bei manch anderer Innovation wage ich das zu bezweifeln. Unsere Industrie unterliegt einem hohen Innovationsdruck und bringt stetig Neues auf den Markt. Dabei beziehe ich den Begriff „Innovationen“ nicht nur auf Produkte, zum Beispiel die Oberfläche, das Design oder die prothetische Verbindung eines Implantats. Viel hat sich auch in der Art der Zusammenarbeit mit den Implantatanbietern getan. Wie in vielen anderen Sektoren geht viel in Richtung schnell, billig und unpersönlich. Unsere Kunden schätzen den stabilen und vor allem persönlichen Kontakt zu unseren hervorragend ausgebildeten VerkaufsberaterInnen über viele Jahre, aber auch die begleitenden Services vom Kundendienst, aus der Marketingabteilung und dem Team Fortbildung. Betonen möchte ich auch gerne, dass wir seit sechs Jahren unsere Preise stabil gehalten haben, trotz allgemeiner Materialkostensteigerung von bis zu 20 Prozent.

Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Ist das im Sinne des Anwenders und in weiterer Folge der Patienten?

Stahl: Für uns als etablierter Anbieter zählt die wissenschaftliche Absicherung und evidenzbasierte Dokumentation zur Selbstverständlichkeit. Zu guter Letzt entscheiden die Anwender und deren Patienten über den Erfolg eines neuen Produktes bzw. Konzeptes.

Der Vorteil eines großen Anbieters ist, dass er ein Produkt nicht um jeden Preis einführen muss, wenn in der Anwendung nicht klare Vorteile gegenüber anderen Produkten zum Vorschein kommen. Darüber hinaus leisten wir auch Grundlagenforschung, von der letzten Endes die gesamte Branche profitiert.

Welche Innovation würden Sie besonders hervorheben?

Stahl: Gerne die Einführung von CAD/CAM für die industrielle Fertigung von Zahnprothetik mit Procera vor 30 Jahren. Weiters auch die navigierte Implantologie mit NobelGuide. Ein Meilenstein war auch die Einführung der TiUnite Implantatoberfläche. Es fallen mir hier sehr viele Innovationen ein.

Hervorheben würde ich noch das Behandlungskonzept All-on-4 für den zahnlosen Kiefer. In der Region Deutschland-Österreich-Schweiz sind zwischen 20 und 30 Prozent der Senioren zahnlos. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahnlosigkeit in dieser Altersgruppe vorerst nicht abnehmen. Es besteht also ein beachtlicher Bedarf für die komfortable, funktionale und zeitnahe Behandlung dieser Menschen. Das Chirurgie- bzw. Prothetikkonzept All-on-4 mit unseren Implantaten bzw. geneigten Aufbauteilen eignet sich hervorragend, um die Lebensqualität zahnloser Patienten wesentlich zu verbessern.

Welche weiteren Neuigkeiten dürfen wir 2014 aus der Schmiede Nobel Biocare erwarten?

Stahl: Wir werden die creos Produktpalette ausweiten und damit noch mehr Präsenz im regenerativen Markt zeigen. Auch lassen wir ab Mitte Mai mit den ASC-Abutments (Anm. angulated screw channel) von uns hören. Diese Abutments erlauben dank ihrer abgewinkelten Schraubenkanäle die Versorgung mit verschraubten Kronen im ästhetischen Bereich.

Das heißt: Wo heute noch zementiert wird, kann zukünftig verschraubt werden. Für den molaren Bereich, wo das Einsetzen eines Abutments aufgrund einer geringen Mundöffnung oftmals mit Zugangsschwierigkeiten verbunden ist, bietet das ASC-Abutment ebenso wesentliche Vorteile: Mit einer möglichen Abwicklung von 0° bis 25° Grad kann der Schraubenkanal in der NobelProcera-Software im CAD-Design einfach nach mesial geformt werden. Mit Unterstützung des neuen Omnigrip Schraubendrehers lässt sich die klinische Schraube sehr einfach und handlich in das Abutment einführen.

Nobel Biocare ist jeher für sein hervorragendes Fortbildungsangebot und die perfekt organisierten Veranstaltungen bekannt.

Stahl: Uns war die Nähe zum Kunden und sorgfältige Schulung schon immer ein besonders Anliegen. Unsere leistungsfähigen Produkte in den kompetenten Händen unserer Kunden sind der Schlüssel, um die Lebensqualität von zahnlosen Menschen deutlich zu verbessern. In 2013 haben wir weltweit mehr als 13.000 Zahnärzte, deren Assistenz sowie Zahntechniker geschult. Das sind die Zahlen. Im Vordergrund steht aber die menschliche Komponente: Die Behandler haben einfach mehr Spaß an der Arbeit, wenn sie sich in der Anwendung sicher fühlen.

Auf welche Fortbildungs-Highlights darf man sich 2014 freuen?

Stahl: Das Highlight 2014 findet im Juni mit unserem D-A-CH Symposium in der BMW Welt München statt. Wir sind vom Zuspruch seitens der Zahnärzte und Zahntechniker überwältigt. Bereits Ende März, also nach nur wenigen Wochen, waren wir mit über 600 Anmeldungen ausgebucht. Mehr als 50 internationale und nationale hochkarätige Referenten bieten eine imposante Vielfalt an Themen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und alltägliche, aber oftmals ungelöste Fragestellungen aus der Praxis werden symbiotisch diskutiert. Der Vorkongress mit Hands-on Einheiten ist ebenso ein Anziehungspunkt wie das stimulierende Rahmenprogramm in der BMW Welt.

Welche Programmpunkte im Rahmen des DACH Symposium in der BMW Welt München möchten Sie besonders hervorheben?

Stahl: Das fällt nun besonders schwer! Aus der heimischen Expertenschaft erwarten uns klingende Namen wie jene der Professoren Mailath-Pokorny, Watzek oder Tepper. Aus der internationalen Szene würde ich Iñaki Gamborena, Patrick & Luc Rutten, Peter Wöhrle, Steven Parel oder Daniel Edelhoff hervorheben. Aber wie gesagt, das Aufgebot ist überwältigend. Auf jeden Fall freue ich mich auf die gemeinsame Zeit mit den Kunden als auch mit den Medienvertretern.

Das Interview führte Mag. Andrea Fallent

Nobel Biocare Symposium 2014

Deutschland, Österreich, Schweiz

Datum: 26. bis 28. Juni 2014
Ort: BMW Welt München

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Friedrich W. Neukam

Die Highlights:

  • Mehr als 50 heimische und internationale Referenten
  • Master Classes & Workshops mit Hands-on
  • Spezielles Programm für Zahntechniker

www.nobelbiocare.com

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