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Urologie 1. Februar 2008

Duloxetin für die Therapie der männlichen Belastungsinkontinenz

Belastungsinkontinenz kann Folge chirurgischer Eingriffen an der Prostata sein. Bis jetzt gibt es hierfür keine etablierte medikamentöse Therapie. Aktuell ist Duloxetin, ein Serotonin und Norepinephrin Wiederaufnahmehemmer zur Therapie der Belastungsinkontinenz der Frau zugelassen. Die vorliegende Studie beschreibt die Wirkung bei Männern mit Belastungsinkontinenz nach radikaler Prostatektomie oder transurethraler Elektroresektion. 56 Patienten wurden in unsere Analyse aufgenommen, 49 nach radikale Prostatektomie und 7 nach transurethrale Elektroresektion. Alle Patienten erhielten initial ein Beckenbodentraining. Bei ausbleibendem Erfolg verabreichten wir 2 × 40 mg Duloxetin. Unter Duloxetin reduzierte sich der Verbrauch an Inkontinenzvorlagen von 3,3 auf 1,5 pro Tag. 14 Patienten verwendeten keine und 18 nur mehr eine Vorlage pro Tag. Die meisten Patienten berichteten von milden Nebenwirkungen welche nach einigen Wochen vergingen. 13 bezeichneten ihre Nebenwirkungen als moderat und 9 als stark. Das Ergebnis dieser Anwendungsstudie zeigt, dass Duloxetin effektiv bei Belastungsinkontinenz nach Prostataoperationen verwendet werden kann, auch wenn ein gezieltes Beckenbodentraining keinen Erfolg brachte.

Klaus G. Fink, Johannes Huber, Erich Würnschimmel, Nikolaus T. Schmeller, Wiener Medizinische Wochenschrift

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