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Bei einem Nierenzellkarzinom wird mittels „active surveillance“ auf Organerhalt gesetzt.
 
Urologie 25. Jänner 2016

Gespräche unter der Gürtellinie

Bei der Veranstaltung „Oncoforum Urology“ wurden praxisrelevante Erkenntnisse für Uro-Onkologen präsentiert.

Kürzlich fand für Uro-Onkologen zum achten Mal das „Oncoforum Urology“ statt. Im Fokus der Fortbildungsveranstaltung standen aktuelle praxisrelevante Erkenntnisse aus Diagnostik und Therapie urologischer Karzinome. Dafür wurden internationale urologische und onkologische Kongresse ausgewertet, um sie den teilnehmenden Ärzten komprimiert zu präsentieren.

Auch im letzten Jahr haben ausgewiesene Experten, die sogenannten „Oncoforum-Reporter“, im Auftrag des Oncoforums auf den relevanten urologischen und onkologischen Tagungen Vorträge und Poster begutachtet. Diese wurden nach einem Scoring-System bewertet und die wichtigsten Abstract-Daten für die Teilnehmer des „Oncoforum Urology“ anschaulich zusammengefasst.

Bereits zum achten Mal präsentierte Astellas Pharma am 16. Jänner 2016 das „Oncoforum Urology“. Vorgestellt wurden diesmal wieder neueste medizinische Erkenntnisse zu den großen urologischen Tumorentitäten Harnblasen- und Nierenzellkarzinom, Hodentumor, Peniskarzinom sowie Prostatakarzinom. Bei der Themenwahl gab es keinen Einfluss vonseiten der Pharma-Unternehmen. Dr. Miroslaw Lubecki, Geschäftsführer Astellas Österreich: „Wir freuen uns, die Ärzte mit diesem einzigartigen Veranstaltungskonzept wieder bei ihrer Fort- und Weiterbildung zu unterstützen und sind gespannt auf einen interessanten Meinungsaustausch.“

Rasanter Erkenntnisgewinn

„Der Fortschritt auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie urologischer Karzinome ist rasant, gerade die auf den internationalen Kongressen vorgestellten Erkenntnisse sind kaum zu überblicken. Im Praxisalltag ist es zeitlich unmöglich, alle relevanten Tagungen zu besuchen“, so die wissenschaftlichen Leiter des „Oncoforums Urology“, Prof. Dr. Stephan Madersbacher, Abteilungsvorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie am Kaiser-Franz-Josef-Spital, Wien und Prof. Dr. Shahrokh Shariat, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie an der MedUni Wien. Bei der Pressekonferenz „ONCO Talk 2016“ präsentierten die beiden Ärzte über die wichtigsten onkologischen Entitäten.

Das Peniskarzinom ist mit 80 bis 100 Patienten pro Jahr sehr selten, führt aber bei den Betroffenen, auch wegen der Lymphmetastasen, zu einem leidvollen Tod. Früher wurde in der Regel der gesamte Penis entfernt (3 cm um den Tumor). Heutzutage ermöglichen z. B. Lasertechniken einen Organerhalt. Unter anderem wurden die Sentinelbiopsie und Biomarker bei der Veranstaltung thematisiert.

Beim Hodentumor sind noch vor zehn Jahren 50 Prozent der Patienten gestorben. Dieser Tumor ist gut untersucht und es gibt beste Leitlinien. Die 350 Patienten pro Jahr sind derzeit mittels neuen Chemotherapien gut behandelbar und leben noch 30 bis 40 Jahre. Jetzt gilt es, die Toxizität der Therapien zu reduzieren. Bei der Veranstaltung wurden u. a. microRNA als Biomarker präsentiert.

Nierenzellkarzinome sind sehr komplex. Medikamentös hat sich in den letzten Jahren bei dieser Tumorart nichts getan. Hier ist ebenfalls der Organerhalt das Ziel. Da nicht jeder Tumor sofort operiert werden muss, ist ein Warten mit regelmäßigen Untersuchungen (active surveillance) möglich.

Das Prostatakarzinom ist nach wie vor bei Männern das häufigste Karzinom (25 % der CAs bei Männern). Die Prävalenz beträgt 60.000 und jeder Zehnte stirbt daran. Laut Shahrokh haben sich das Rauchen und bestimmte Medikamente als Risikofaktoren herausgestellt. Der Trend geht in Richtung Präzisionsmedizin, um dadurch individuell eine optimale Behandlung gewährleisten zu können. Molekulare Screenings sind dabei ein Thema.

Bei dem Blasenkarzinom gibt es seit 30 Jahren keine neuen Erkenntnisse in der Forschung. 30 bis 40 Prozent der Patienten sprechen auf eine aktuelle Immuntherapie an. Es ist mehr Wissen über die Biologie des Blasenkarzinoms notwendig.

Quelle:

Pressekonferenz und -material anlässlich der „ONCO Talk 2016“.

www.oncoforum.org

PK/ Lenhardt & Partner Kommunikationsberatung, Ärzte Woche 4/2016

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