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Urologie 29. April 2014

Transurethrale Blasenhals-Inzision bei Frauen mit primärer Blasenhalsobstruktion

Hintergrund: Blasenauslassobstruktion ist eine seltene Erkrankung bei Frauen. Primäre Blasenhalsobstruktion ist eine der funktionellen Ursachen der Blasenauslassobstruktion. Wir werteten die Ergebnisse der chirurgischen Behandlung bei unseren Patientinnen mit einer primären Blasenhalsobstruktion aus.

Patienten und Methoden: Wir untersuchten retrospektiv die Daten von 47 Patientinnen aus unserer Klinik für Urologie, die sich einer transurethralen Inzision des Blasenhalses vom Januar 2000 bis Dezember 2012 unterzogen. Bei allen Patientinnen wurde die transurethrale Inzision des Blasenhalses und des prohimalen Harnröhrenanteils bei 5 und 7 Uhr durchgeführt. Wir verglichen Symptome und urodynamische Parameter vor und nach der Operation.

Ergebnisse: Von den insgesamt 47 operierten, weiblichen Patienten wurde eine primäre Blasenhalsobstruktion bei 42 Frauen diagnostiziert. Das mittlere Alter betrug 44,3 ± 16,8 Jahre (Bereich von 21–78 Jahre). Die postoperativen maximalen Flussraten (20,6 ± 3,9 vs. 7,6 ± 3,2 mL/s P < 0,0001) und die Restharnwerte (31,3 ± 7,8 vs. 132,1 ± 22.24 mL P = 0,0002) wurden im Vergleich mit den präoperativen Werten wesentlich besser. Eine Besserung dieser Werte war bei den meisten Patientinnen (83,3 %) nachweisbar. Der Eingriff musste bei 7 Patientinnen (16,7 %) wiederholt werden. Die operative Behandlung blieb bei einer Patientin (2,4 %) erfoglos.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Die Diagnose einer primären Blasenhalsobstruktion bei Frauen basiert auf der typischen Symptomatologie, Uroflowmetrie und Mehrkanal-Urodynamik, einschließlich Elektromyographie. Videourodynamik bleibt obligatorisch in zweifelhaften Fällen. Transurethrale Blasenhals-Inzision stellt eine wirksame Therapieoption für Patientinnen mit einer primären Blasenhalsobstruktion dar und kann, wenn nötig, auch ohne weiteres wiederholt werden.

Dean Markić, Prof. Anton Maričić, Romano Oguić, Assoc. Prof. Josip Španjol, Dražen Rahelić, Nino Rubinić, Assoc. Prof. Maksim Valenčić, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2014

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