zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 1. November 2009

Aktuelle chirurgische Aspekte des Nierenzellkarzinoms

Die chirurgische Therapie des Nierenzellkarzinoms hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Modifikationen durchlaufen. Wurde bis in die 1990er Jahre bei normaler kontralateraler Niere standardmäßig eine offen chirurgische radikale Nephrektomie mit Adrenalektomie durchgeführt, so zeigte sich zwischenzeitlich, dass bei Tumoren bis 4 cm Größe mit vergleichbarer onkologischer Sicherheit organerhaltend operiert werden kann (elektive Nierenteilresektion). Die Entwicklung der Laparoskopie beeinflusste die chirurgische Therapie nachhaltig. Derzeit gilt bei Tumoren von mehr als 4 cm (T1b-T2) die laparoskopische Tumornephrektomie als neuer goldener Standard, wobei die Adrenalektomie bei insuspekter Bildgebung unterbleiben kann, während die offene Nephrektomie bei vergrößerten Lymphknoten, Cavazapfen oder lokal fortgeschrittenen Tumoren anzuwenden ist. Tumore bis 4 cm sollten nach Möglichkeit organerhaltend operiert werden. Die größere renale Reserve nach elektiver Teilresektion kleiner Tumore (pT1a) scheint verglichen mit der Nephrektomie vorteilhaft für das Gesamtüberleben zu sein. Für die Teilresektion gilt nach wie vor die offene Operation als Standard, während die Laparoskopie von spezialisierten Zentren angeboten wird.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben