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Urologie 1. Februar 2008

Knochenmarksinfiltration durch Bacillus Calmette-Guérin (BCG) nach intravesikaler Immuntherapie

Die lokale Bacillus Calmette-Guérin (BCG)-Immuntherapie mit intravesikaler Instillation ist eine wirksame und etablierte Behandlung von Blasentumoren. Da ein Lebendstamm (wenn auch attenuiert) von Mycobacterium (M.) bovis verwendet wird, besteht grundsätzlich die Gefahr einer iatrogenen Infektion mit BCG. Diese ist selten, jedoch wurden sowohl lokale als auch generalisierte Infektionen mit BCG im Anschluss an eine Immuntherapie beschrieben. Wir berichten über einen Patienten, der zwei Jahre nach intravesikaler Applikation von BCG zur Therapie eines Blasenkarzinoms an einer Infektion des Knochenmarks erkrankte. Der klinische Verlauf war von Fieber, Gewichtsverlust und einer Panzytopenie im Labor gekennzeichnet. Eine Knochenmarksuntersuchung mit Biopsie ergab den Befund einer granulomatösen Entzündung, der M. bovis-BCG-Stamm konnte aus dem Urin kultiviert werden. Die nachfolgende tuberkulostatische Therapie mit Isoniazid, Rifampizin und Ethambutol (M. bovis ist immer resistant gegenüber Pyrazinamid) führte zur vollständigen klinischen Erholung des Patienten.

Johannes Nemeth, Brigitte Stoiser, Heide-Maria Winkler, Leonard Müllauer, Wolfgang Graninger, Stefan Winkler, Wiener klinische Wochenschrift

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