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© martin garnham / iStock / Thinkstock
Wer Krämpfe ignoriert, riskiert einen schwereren Muskelschaden.
 
Sportmedizin 12. September 2014

Achtung: Sport!

Schmerz und Verletzung beim Sport sind meist gut behandelbar

Frei nach Karl Valentin: Sport ist schön, kann aber gefährlich sein. Denn wer übertreibt, riskiert, sich zu verletzten – und sucht dann Rat in der Apotheke.

Gerade Hobbysportler wärmen sich häufig nicht richtig auf und ziehen sich schnell eine Prellung, Verstauchung oder Zerrung von Sehnen und Muskeln zu. In vielen Fällen lindern rezeptfrei erhältliche Medikamente die Beschwerden. Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn Schwellungen und Schmerzen sehr stark sind, das Gelenk in der Bewegung deutlich eingeschränkt ist oder die Achillessehne reißt, erkennbar an einem lauten „Peitschenknall“.

Als erste Maßnahme bei Sportverletzungen hilft das Vorgehen nach der PECH-Regel:

Pause einlegen: Das verletzte Gelenk nicht mehr bewegen. So verringert sich das Risiko von Einblutungen und Schwellungen.

Eis auflegen: Durch Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, die Schmerzleitgeschwindigkeit wird verringert. Wichtig: Einwirkzeit mindestens 20 Minuten, Eispackungen nicht direkt auf die Haut, um Erfrierungsschäden zu vermeiden.

Compression anlegen: Gemeinsam mit einer Kühlung hilft ein elastischer Verband, das Gewebe moderat(!) zusammenzudrücken (Wicklung von körperfern zu körpernah).

Hochlegen:Liegen die verletzten Körperregionen höher, fließt das Blut zurück zum Herzen, und die Blutung wird schwächer.

Nach zwei Tagen ist die Akutphase einer Verletzung meist beendet. Dann sollte die verletzte Region nach Ansicht von Sportmedizinern wieder dosiert beansprucht werden. Vorausgesetzt, die Verletzung ist harmlos und bedarf ärztlicherseits keiner weiteren Behandlung.

Muskelkater

Wer es nach einer längeren sportlichen Pause mit der Aktivität übertrieben oder ungewohnte Übungen ausgeführt hat, wird häufig von Muskelkater heimgesucht werden. Hier gilt: die mikrofeinen Faserrisse in der Muskulatur ausheilen lassen.

Wärme unterstützt die Regeneration (z. B. Sauna, durchblutungsfördernde Topika). Trotz Muskelkater mit unverminderter Intensität weiter zu trainieren, ist kein guter Rat. Auch Krämpfe, bei denen sich die Muskulatur ungewollt zusammenzieht und versteift, sollten Ernst genommen werden. Wer Krämpfe ignoriert, riskiert eine Muskelzerrung oder gar einen Muskelfaserriss.

NSAR und Alternativen

Bei moderaten Verletzungen können Schmerzen, Schwellungen und Hämatome durch nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac, Felbinac und Ibuprofen gelindert werden. Studien belegen, dass die topische Anwendung mit Salbe oder Gel bei Sportverletzungen mit der oralen in Form von Tabletten vergleichbar gut ist.

Zur unterstützenden Behandlung stumpfer Traumata wie Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen hat sich eine Kombination aus Chondroitinpolysulfat und Salicylsäure bewährt. Verschiedene pflanzliche, zum Teil homöopathische Alternativen mit Extrakten aus Arnika oder Beinwell lindern ebenfalls wirksam die Symptome. Eine homöopathische Alternative ist die fixe Kombination von pflanzlichen und mineralischen Extrakten.

Als antientzündliche und abschwellende Begleitmaßnahme kommen in der Sportmedizin darüber hinaus Enzymtabletten zum Einsatz, die meist die pflanzlichen Enzyme Bromelain und Papain (einzeln oder kombiniert) enthalten oder die Serinprotease Trypsin. Sie sollen, hoch dosiert in den ersten Tagen nach der Verletzung eingenommen, der Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine entgegenwirken.

Springer-gup.de, Apotheker Plus 7/2014

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