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Sportmedizin 1. August 2011

Kardiale Vorsorgeuntersuchung bei professionellen Handball Spielern – Standortbestimmung im Rahmen der EHF Handball Europameisterschaft 2010 in Österreich

In vielen Sportarten wird ein regelmäßiges, richtliniengetreues kardiales Screening zur Verhinderung des plötzlichen Herztods noch immer nicht gewährleistet. Wir nahmen die Handball Europameisterschaften, welche 2010 in Wien und weiteren Städten in Österreich stattfanden, zum Anlass, die aktuelle Situation bei Toplevel-Handballern zu untersuchen: Ein standardisierter Fragebogen wurde vor dem Turnier an alle qualifizierten Teams und Spieler versandt. Eine Rücklaufrate von 42,7 % kann zum Schluss führen, dass das Problem des plötzlichen Herztods bei den Spielern und Verantwortlichen unterschätzt wird. Die überwiegende Mehrzahl der Spieler (82 %) wurde gemäß der Auswertung der Fragebögen korrekt, entsprechend der aktuellen Screening-Richtlinien untersucht. In gut der Hälfte der Teams wurde das Screening jedoch "inhomogen" durchgeführt. 5 Spieler (4,1 %) wurden zumindest nicht innerhalb der letzten Jahre untersucht, bei 1 Spieler (0,8 %) wurde kein EKG durchgeführt. Während 69 % der Handballer ihr erstes Screening erst nach dem Alter von 18 Jahren durchliefen, wurden 16 Spieler (13,1 %) gar niemals zuvor einer kardialen Vorsorgeuntersuchung unterzogen. Schließlich identifizierten wir aufgrund der Fragebögen 17 Athleten (13,9 %) mit einer hoch suspekten Anamnese, wovon 2 Athleten (1,6 %) niemals zuvor kardiologisch abgeklärt wurden.

Reinhard Geyer, Hans-Georg Predel, Thomas Wolber, Klaus-Peter Mellwig, Christian Schmied, Wiener Medizinische Wochenschrift 15/16/2011

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