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Suizide durch Erschießen korrelieren mit der Waffenpassrate in den österreichischen Bundesländern

HINTERGRUND: Erschießen als Suizidmethode ist in den letzten Jahrzehnten in Österreich deutlich angestiegen, bei Männern auf 23,5% aller Suizide (1990–2000). Da bekannt ist, dass die Verfügbarkeit von Waffen von Einfluss für deren Benutzung als Suizidmittel sein kann, untersuchten wir die Zahl der ausgestellten Waffenpässe (die mit Waffenbesitz korreliert und die Erlaubnis darstellt, eine Waffe zu tragen) und deren Korrelation mit Suiziden durch Erschießen und andere Suizidmethoden.

STUDIENDESIGN: Wir untersuchten die registrierten Suizide in Österreich in den Jahren 1990 bis 2000 sowie die Zahl der Waffenpässe in den österreichischen Bundesländern in derselben Periode.

ERGEBNISSE: Wir fanden eine starke Korrelation zwischen der durchschnittlichen Rate (1990–2000) an Waffenpässen und Suiziden durch Erschießen (r = 0.967), und nur sehr schwache und für einige der untersuchten Jahre negative Korrelationen mit anderen Suizidmethoden (r = 0.117) bzw. der Gesamtsuizidrate (r = 0.383).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Da Erschießen als Suizidmethode in Österreich in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen ist und eine Methode mit hoher Letalität darstellt, verdient dieses Ergebnis besondere Beachtung, besonders, da Evidenz darüber besteht, dass Einschränkung von Waffenbesitz ein wichtiger Aspekt der Suizidprävention sein kann.

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